Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333515
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hervorgebracht wird. Wir haben gesehen, (lass sie ihre 
Anwendung hauptsächlich da findet, wo es sich um Aus- 
füllung grosser Flächen handelt, welchen das Lang- 
weilige der Leerheit genommeh werden soll. 
Von befriedigender YVirkung und am Platze wird 
Sie ferner in solchen Kunstwerken sein, welche ihrem 
Inhalt nach die Linie einer einfachen und harmlosen 
Zilständlichkeit nicht überschreiten. 
Ganz andere und viel höhereForderungen treten 
aber auf beim Schaffen eines NVerkes, welches seinem 
Inhalt nach aus der Ruhe des gewöhnlichen Daseins 
herausgeht: da etwa, wo Vorgänge und Zustände er- 
schütternder, ergreifender Art geschildert werden, wo 
starke Leidenschaften im Kampf mit einander sind; 
oder da, wo die Natur sich zum Erhabenen und Gro- 
tesken steigert, oder im Gewande des Schaurigen, Me- 
lancholischen auftritt. Hier ist die Grenze, WO jede 
Vorschrift, jedes Schema aufhört, einen YVerth zu haben. 
In dem Maasse die Erfindungs- und die Farben-Em- 
piindungskraft des Künstlers gross ist, wird er sich, 
unbewusst und innerlich gezwungen, oft von den her- 
gebrachten Regeln der Harmonie entfernen, um die 
Grundstimmung seines Vorwurfs zu erreichen, ohne des- 
halb in Disharmonie zu fallen; er wird die Stelle finden, 
wo er den schneidendsten Gegensätzen einen dritten 
hinzufügen kann, der die scheinbar gefährdete Harmonie 
wiederherstellt.  
Schmi 
Aquarell-Malerei 
Hit, 
Aufl.
        

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