Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333490
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ben bestimmt. Jedes Hinderniss wirkt verstimmend; 
wer mag gern seinen Fuss auf die voluminösen plastischen 
Blumenbouquets und Guirlanden setzen, die uns auf den 
modernen englischen Teppichen im Wege sind? 
Eine fernere hochwichtige coloristische Eigenschaft 
bemerken wir noch bei genauerem Studium des echten 
orientalischen Teppichs in der sorgsamen Vermeidung der 
sogenannten Simultaneffecte. 
Unter diesem Ausdruck verstehen wir die eigen- 
thümliche Wirkung, welche auf das Auge entsteht, wenn 
zwei Farben des Dreiklanges, welche an Lichtstarke und 
Intensität sich völlig gleich sind, unmittelbar neben- 
einander gestellt werden. Der Eindruck, welcher dadurch 
auf das Auge hervorgebracht wird, ist ein verletzender; 
er setzt dasselbe in Verlegenheit, welcher von beiden 
Farben es sich zuwenden soll, weil beide mit gleicher 
Kraft und in demselben Augenblick die Netzhaut er- 
regen. Je intensiver diese beiden Farben sind, desto 
beunruhigender und blendender wird der Eindruck; man 
glaubt, Staub im Auge zu haben, und wischt es unwill- 
kürlich rein, um klarer sehen zu können, aber vergeb- 
lich. In Imitationen des orientalischen Teppichs kommt 
dieser Fehler häufig vor, besonders mit Blau und Roth, 
wenn beide ein gleiches Quantum Raum dicht neben 
einander einnehmen. Zwei solche Farben können colo- 
ristisch möglich werden, wenn sie durch eine neutrale 
IFarbe räumlich von einander getrennt werden, und
        

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