Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333462
Schatten, ein Gegensatz, der den Hauptfactor des Bildes 
ausmacht. Es ist ein optisches Gesetz, dass das Auge 
den mittleren Theil seines Sehkreises am schärfsten und 
deutlichsten sieht und der Seele zuführt, dass ihm da- 
gegen alle Theile, die sich von der Mitte entfernen, mehr 
und mehr undeutlich erscheinen. 
Wird nun der Eindruck dieses starken Gegen- 
satzes von hell und dunkel durch einen fein erwogenen 
Farbengegensatz verstärkt, so ist dem Auge volle Be- 
friedigung gegeben, es weilt mit Interesse auf diesem 
Hauptpunkt und kommt zu vollem Verständniss des 
malerischen Inhalts, der dem Bilde zu Grunde liegt; es 
wirkt, mit einem Wort, auf den ersten Blick. 
In vielen Bildern hervorragender Totalwirkung 
linden wir den grossen Zug "des Lichtes diagonal gelegt, 
so dass links oder rechts von der Mitte nach oben und 
unten noch starke wirksame Lichter und demgemäss auch 
Schattenmassen auftreten. Aber auch bei dieser Dis- 
position der Totalität werden wir bei scharfer Prüfung 
finden, dass das Licht in der mittleren Gegend an Leucht- 
kraft die übrigen übertrifft, und dass ebenso die Schatten- 
flecke dieser Gegend positiv dunkler sind, als die seit- 
wärts liegenden. 
Das hier Gesagte bezieht sich auf die Kraft der 
Gegensätze; die zweite Eigenschaft derselben ist ihre 
Form, und auch in Bezug auf diese zeigt sich in Meister- 
werken ein grosses Gesetz. Der Laie wird es nicht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.