Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333456
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Von diesen und noch von vielen anderen Opposi- 
tionen finden wir Spuren innerhalb eines jeden guten 
Bildes. Selbst bei. dem einfachsten Gegenstande der 
Malerei, einer einzelnen Figur, dem Bildniss, treten sie 
bereits auf in Fleisch, Kleidung, Schmuck und Hinter- 
grund, und steigern sich an Zahl, je grösser der Raum 
ist, den der Künstler aus der Natur entlehnt, um seine 
Gomposition zu entwickeln, sei es für das Figurenfach, 
für die Landschaft oder für das Stillleben etc. Alle 
Gegensätze aber, auch die sich nicht direct auf Farbe 
beziehen, wenn sie nur dem Sinne des Inhaltes ent- 
sprechen, kommen auch dem Farbeneindruck des Bildes 
zu gut, indem sie Klarheit und Verständlichkeit hervor- 
rufen. In jedem bedeutenden dem Gedächtniss sich ein- 
prägenden Bilde (falls es nicht eine friesartige Lange 
hat) findet sich ein Hauptgegensatz, der alle andern 
dominirt. Derselbe liegt ungefähr in der Mitte des 
Bildes, oder doch nicht allzuweit von derselben entfernt. 
Er enthält den Gegenstand, oder doch einen Haupttheil 
des Gegenstandes, der den Künstler überhaupt zur Dar- 
stellung veranlasst hat, bestehe derselbe nun in einer 
oder mehreren Figuren, oder bei der Landschaft in Luft, 
Bäumen, Felsen, Baulichkeiten, Thieren, oder in der 
Marinemalerei in Schiffen, besonders interessanten Wellen- 
bildungen oder dergleichen. An dieser Stelle des Bildes 
befindet sich nicht weit von einander liegend und sich 
theilweise berührend das höchste Licht und der tiefste
        

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