Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333327
dafür; sie Weiss nur zu sagen, wie Farben entstehen, 
nämlich durch die Zerlegung des weissen Lichtstrahls, 
z. B. vermöge eines Prismals. Die auf diese Weise 
hervorgebrachte Farbenreihe nennt sie Spectrurn, die 
einzelnen darin vorkommenden Farben Spectralfarben. 
Die Physik betrachtet die Farben unter einem anderen 
Gesichtspunkt, als die Malerei; sie beschäftigt sich mit 
Eigenschaften derselben, welche für die Malerei gleich- 
gültig sind, z. B. mit der verschiedenen Schnelligkeit 
der Schwingungen des farbigen Lichtstrahls, mit der 
höheren oder niedrigeren Temperatur der verschiedenen 
Farben etc. 
Wir dagegen haben die Wirkungen der Farbe auf 
unser Auge zu betrachten, insofern dasselbe angenehm 
oder unangenehm, harmonisch oder unharmonisch berührt 
wird ; 
ferner 
die 
Wirkung 
der 
Farbe 
auf 
Gemüth 
und 
seelische 
Empfindung. 
Die Physik arbeitet mit Spectralfarben, die Malerei 
dagegen einzig und allein mit Pigmentfarben, deren mangel- 
hafte Eigenschaften der wissenschaftlichen Forschung 
"nicht genügen. Der Unterschied zwischen beiden ist etwa 
der, dass die Spectralfarben, wenn sie durch eine optische 
Vorrichtung wieder zusammengeführt werden, den weissen 
Lichtstrahl wiedergeben, aus dem sie entstanden sind, 
während unsere Pigmentfarben, in richtigem Verhältniss 
zusammengemischt, im günstigen Falle ein helles Grau 
hervorbringen; letztere besitzen also nicht die Reinheit
        

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