Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1333213
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Wo z. B. Bäume in eine helle Luft ragen, ist es 
wohlgethan, letztere zuvor möglichst fertig zu machen, weil 
das Bessern mit breiten Tönen in der Luft sehr leicht 
die Ausladung der Bäume auflöst, die dann einen grün- 
lichen oder gelblichen Schein um sich verbreiten; nur 
durch grosse Geschicklichkeit in der Pinselführung ist ein 
solcher Uebelstand zu vermeiden. Bei dunkleren Lüften 
ist diese Vorsicht weniger nöthig. 
Die Oelmalerei thut geflissentlich das Gegentheil; das 
Gegenmalen der Luft gegen die Bäume ist fast geboten, 
um deren Ausladungen weich und plastisch zu machen. 
Als ein anderes Beispiel diene folgende Aufgabe: 
Wir stehen in einem Torfmoor; eine weite, theils grüne, 
theils mit Haidekraut bedeckte Ebene liegt vor uns. Zur 
Rechten im fernen Mittelgrunde zieht sich ein dunkler 
Waldsaum entlang, dessen letzte Bäume sich Vereinzeln 
und den Durchblick zwischen den" Stämmen in Luft und 
Ferne gestatten. Der Vorgrund wird von einer sehilügen 
Lache durchschnitten, an deren Rand einige Reiher ihr 
Wesen treiben. Die Sonne ist seit einigen Minuten hinter 
dem Walde untergegangen; schwere Dünste lagern über 
der Ferne, während aufwärts der Himmel in glänzender 
Klarheit 
strahlt. 
Stimmungen, wie die vorliegenden, hat Jeder oft 
erlebt; sie gehören zu dem Ergreifendsten, was uns die 
Natur bieten kann.  Zu keiner anderen Tageszeit ist der 
Gegensatz 
zwischen 
(Luft 
und 
Erde 
energischer, 
4 Pk 
als 
vor
        

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