Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Aquarell-Malerei
Person:
Schmidt, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332488
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1332939
23 
schreiblichen Zauber. 
Die Sonne 
ist in unseren Gesichts- 
kreis getreten; unverhüllt ist unser Auge nicht im Stande, 
ihre Strahlen zu ertragen, wir schützen es durch die 
vorgehaltene Hand und schwelgen in der tiefer liegenden 
Farbenpracht. Ein thörichtes Unternehmen wäre es, 
im klaren Aether die unverhüllte Sonne selbst malen zu 
wollen ; 
können, 
nicht ohne Schmerz im Auge sehen 
für die Malerei nicht darstellbar. Da- 
was wir 
ist auch 
gegen wird uns die ganze Farbenscala vom Zenith bis 
zum Horizont bequem sichtbar, wenn ein Gewölk oder 
Dunstmassen die Sonnenkugel. verdecken. Wir sehen 
ihre Wirkung auf Aether, Wolken und Erde und ahnen 
nur den hellsten Fleck, der hinter der Wolke steckt. 
Solche Augenblicke sind annähernd darstellbar, und wir 
können wohl sagen, dass sie das Aeusserste von Schön- 
heit und Pracht in sich schliessen, was unsere Erde zu 
bieten vermag." Unwillkürlich wird sich der Künstler 
aufgefordert fühlen, seine Kräfte an dieser Aufgabe zu 
erproben; aber auch dem Geschicktesten und Begabtesten 
gelingt es nur selten, eine glückliche Darstellung dieser 
Naturstirnmung zu erreichen. Vom Erhabenen zum 
Lächerlichen ist nur ein Schritt, und neben dem höchsten 
Grad von Schönheit liegt dieKarrikatur; der höchste 
Farbenglanz um einen Grad übertrieben, fallt aus der 
Harmonie und wird Rohheit. Je entschiedener und 
intensiver die Farben auftreten, um so schwieriger wird 
es, das rohe Material der Palette zu überwinden und zu
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.