Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Geschichte der Maltechniken
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380240
genaue Orientirung der einzelnen Theile gegeben! Man. reisst 
nun allenthalben kleine, wallnussgrosse, zackige Löcher neben 
den Figuren und Gegenständen ein und streicht dann eine dunkele, 
nicht zu wässerig gehaltene Farbe mit grobem Pinsel darüber 
weg, um so überall Merkzeichen zum sicheren Wieder- 
anlegen der einzelnen Kartontheile (der eben gedachten Ver- 
grösserungen) zu erhalten. Es ist wohl darauf zu achten, dass 
man bis zum letzten Fetzen hin noch der Anhaltspunkte min- 
destens drei behält; denn da man mit Malen oben anfängt, so 
schwinden die Punkte, und wie ich später noch bemerken werde, 
ist es auch oft nöthig die Kartontheile zu zerschneiden, um 
Fertiges damit zu bedecken, so dasselbe vor Beschmutztwerden 
bei dem durch den Maurer stückweise erfolgenden Neubewerfen 
der Wand zu bewahren.  Ist die Zeichnung gerichtet, so 
bezeichnet man dem Maurer die Stelle, welche derselbe in aller 
Morgenfrühe mit dem für die Bemalung nöthigen frischen Bewurf 
zu versehen hat.'- Zu dem Abschnitte: der Auftragung der 
Zeichnung auf die Wand, erübrigt noch eines besonderen Falles 
zu gedenken. Bei oben gebrachter Anweisung war eine flache, 
senkrechte Wand gedacht, etwas umständlichere Vorbereitungen" 
verlangt die Ausmalung einer Kuppel oder Halbkuppel. Um hier 
die Figuren im Raume richtig zu stellen, verfahre man folgender- 
massen. ln bescheidenem Massstabe, etwa eineinhalb Fuss hoch, 
lasse man ein genaues Modell der Kuppel oder der halbkreis- 
förmigen Wölbung der Apsis in Holz anfertigen. (Eine andere 
praktische Methode, ohne fremde Beihülfe in den Besitz eines 
Modells der auszumalenden Kuppel zu gelangen, ist im Anhange 
 .;'18i11'- angegeben.) 
Dann bestimme man am unteren Rande des fraglichen 
Modells, dort, wo die Wölbung auf dem Gesimse aufsetzt, eine 
beliebige Anzahl unter sich gleich von einander entfernt liegender 
Punkte. Von diesen ziehe man mit Hülfe eines dünnen, schmieg- 
samen Lineals  eines alten Fischbeins  über die innere 
Wandung des Modells weg Linien zum Scheitelpunkte, so wie 
sich bei einem Globus vom Aequator die Grade zum Nordpole 
aufwärts ziehen. Nachdem dann die Entfernung vom Scheiteb, 
dem Nabelpunkte der Kuppel bis zu deren Ansatz auf dem 
Gesimse wiederum in eine beliebige Anzahl unter sich gleicher 
Theile zerlegt worden ist, ziehe man durch die gefundenen Theil- 
punkte Parallelen mit dem Gesimse  oder dem unteren Rande 
der Kuppel;  um bei dem eben vorgeführten Bilde zu bleiben,
        

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