Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Geschichte der Maltechniken
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380238
Grunde, als weil sie delicat und mit sorgsamer Auswahl zu- 
bereitet werden") 
Die Geschichte der Fresco-Malerei ist hier Nebensache, es 
sei nur bemerkt, dass über die Zeit, wo und durch wen zuerst 
auf dem Nassen gemalt worden, Niemand etwas Sicheres zu 
sagen vermag.  Cennini kündigt seine Fresco-Technik als 
durchaus nichts neues an.  Aller Wahrscheinlichkeit nach ist 
diese Kunst in Italien aus dem Alterthume herübergenornmen 
stets heimisch geblieben, und sind deren Traditionen niemals 
ganz" unterbrochen gewesen. 
lleher .-die_ Vorbereitung, den Verlauf bis, zur Vellendung 
deriArbeit wird in nachstehendef Reihenfolge irorgcgangerrwerdeh: 
1) Karton. 2) Wandfläche (insbesondere zur Orientirung der 
Zeichnung zum späteren Aufpausen), Wand. 3) Sand, Kalk, 
Mörtel, Reibbrett. 4) Aufzeichnung (Uebertragung des Kartons 
auf die Wand). 5) Farben,fPinsellufaletterl; Behandlung der 
Farben abends und morgens. 6) Wasser. 7) Malweise, Probir- 
stein. 8) Bestimmungen für den Maurer, besonders Behandlung 
und Präparation der Wand am Abende. 9) Vergoldungen. 
10) Retouchen. 
1-;  Der Karton muss feststehen; ebenso muss eine klar durch- 
geführte Farbenskizze vorhanden sein, so, dass nach dieser die 
Farbentöne genau zu mischen sind. Eine Aenderung ist dabei 
nicht ausgeschlossen; aber man mag sich gleich zu Anfang wohl 
klar darüber werden; denn alle späteren Retouchen sind nach 
Möglichkeit zu vermeiden. 
 Nach dem Karton sind die Figuren in der Grösse wie die- 
selben auf die Wand kommen sollen auf massig dünnes Papier 
zu zeichnen. Zum Aufpausen werden die grossen Konturen 
vermittelst eines Sporenrades, wie die Schneider solches zum 
Durchstechen ihrer Patronen benutzen, durchlöchert (durchstochen); 
bei Händen, Köpfen und allen Theilen, welche eine präcisere Form 
verlangen, hat man sich in Geduld einer mässig starken Nadel 
und eines doppeltgeschlagenen Flanelllappens als Unterlage zu 
diesem Zwecke zu bedienen.  Ist die Wand verputzt, so 
besteht die erste Arbeit darin, dass der in die gewünschte 
Grösse gebrachte Karton, wie viel Theile es immer sein mögen, 
auf der Wand gehörig gerichtet wird. Da die Figuren ja doch 
diirch Quadrate vergrössert werden, so ist durch diese eine
        

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