Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Geschichte der Maltechniken
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380368
Ist der Gyps erstarrt, dann lege man ein dünnes, weiches, durch- 
nässtes Papier auf diese Patrize und drücke dasselbe mit einem 
weichen Tuche oder klopfe dasselbe behutsam mit einer weichen 
Bürste vorsichtig an. Ist das Papier etwas angetrocknet, dann 
trage man dünnen Stärke-Kleister mit weichem Pinsel darüber, 
und in diesen bette, lege man ein weiteres dünnes, durch- 
feuchtetes Papier.  S0 fortfahrend, wird man etwa acht bis 
zehn Bogen aufeinanderpappen, worauf man das Ganze etwas 
anziehen und auftrocknen lässt.  Um der so hergestellten 
Matrize mehr Halt zu geben, kann man zur Verstärkung noch 
einen durchweichten leichteren Pappendeckel in gedachter Weise 
darauf kleben; worauf man die Papierhülle austrocknen lässt. 
S0 kann man sich, ohne fremde Beihülfe, billig, schnell 
und dem Zwecke vollauf entsprechend sein Modell herrichten. 
Wer absolut sicher gehen will, kann vor dem Abheben der 
Papierkappe von der Gypspatrize auf die letzte Pappendeckel- 
schichte noch einen beliebig dicken Gypsbewurf auftragen, wo- 
durch selbstredend das Austrocknen verzögert wird. 
Eben so leicht ist es, das Kuppelmodell über die Patrize 
in Gyps zu giessen, doch ist die Herstellung aus Pappe weniger 
leicht gefährdet, und deshalb vorzuziehen. Soll ein Gypsabguss 
gemacht werden, so umziehe man, um das erste Abfliessen des 
Gypses etwas einzudämmen, die Patrize etwa in der Entfernung 
von 3-4 Centimeter mit einem steifen Papierrande oder einem 
solchen aus Thon oder Lehm. Darauf bestreiche man die Patrize 
sammt der dieselbe umgebenden Bodeniläche nebst begrenzendem 
Rande dünn mit Oel oder Seifenwasser. Dann kann man den 
so vorbereiteten convexen Kern mit dünn angemachtem Gyps 
langsam übergiessen. Wenn derselbe etwas angezogen hat  
erstarrt ist  was recht bald eintritt, übergiesst man von neuem, 
nimmt aber bei jeder Wiederholung den Gyps etwas dicker. Bei 
4-5 Centimeter Dicke hat das Modell die gehörige Stärke. 
Später hebt man die fertige Gypskappe, das Kuppelmodell von 
der Patrize ab.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.