Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Geschichte der Maltechniken
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380293
ziehend ist, so nimm alten Mörtelf") der von alten Malereien 
kommt, kratze die Farben gut ab, und reibe ihn so trocken 
auf einem Marmor. Wirf ihn in ein Gefäss, fülle es mit Wasser, 
lass ihn sich setzen und filtrire ihn ein- oder zweimal, bis mit 
dem Wasser das Werg und das Stroh fortgeht. Reibe ihn dann 
gut, und es wird gutes Weiss.  Wenn du von jenem Mörtel 
keinen findest, so mach es also: Nimm von demselben Kalk, 
womit du arbeitest und lege ihn zum Trocknen in die Sonne, 
dann brenne ihn ziemlich viel im Ofen oder im Feuer; dann 
reibe ihn und arbeite damit. Versuche ihn ebenfalls auf der 
Zunge     wenn er nicht bitter ist, sondern wie Erde     
so kannst du ungehindert arbeiten."  Cennini verfolgt dasselbe 
Ziel, er sagt: C. 58. „Dieses Weiss bereitet man auf folgende 
Art: nimm schönen weissen gelöschten Kalk, gib ihn gepulvert 
acht Tage lang in einen Kübel, indem du täglich klares Wasser 
von neuem darauf giessest und Kalk und Wasser tüchtig mengest, 
auf das jede Fettigkeit herauskomme. Mache dann kleine Kuchen 
daraus, setze sie auf dem Dache der Sonne aus, und je älter 
diese Kuchen geworden sind, desto besser ist das Weiss. Willst 
du es schnell und gut bereiten, so mahle die Kuchen," wenn sie 
getrocknet, mit Wasser auf deinem Steine, knete wieder Kuchen 
daraus und lasse sie trockenen. Mache dies zweimal und du 
wirst sehen, welch treffliches Weiss es sein wird." 
Als Farben sind, wie bemerkt, Erd- und Mineralfarben zu 
verwenden. Auszusohliessen ist „Eisens chwarz", Nero di ferro, 
welches beim Malen zwar das angenehmste, weil die daraus 
gemischten Töne sich regelrecht (beim Malen erkennbar) ab- 
stufen, was bei dem Lindenkohlens-chwarz nicht der Fall 
ist; nach meiner Erfahrung aber ist die Haltbarkeit des Eisen- 
schwarz sehr gering. 
Diejenigen Farben, welche ich selbst verwendet, und wozu 
mir erfahrene Meister zur Zeit riethen, sind folgende: 
Neapelgelb (ital. Giallolinotä"). 
Heller Ocker (Terra gialla chiara). 
Dunkler Ocker (Giallo scuro). 
3) Welcher unter S. 56, 57 nach genauest gegebenen Vorschriften 
nur aus Kalk mit Stroh und Werg bereitet wird. 
 H) Diminutiv von giallo, heute noch gebräuchlich. Der Name 
"Neapelgelb" soll erst in dem Werke des JesrPaters Pozzo 1702 auf- 
treten. (Alb. Jlg.)
        

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