Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beitrag zur Geschichte der Maltechniken
Person:
Cremer, Franz Gerhard
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380108
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1380261
beständiger Ventilation haben, letztere dazu dienen, in dem 
zwischen den beiden Wänden befindlichen Hohlraume etwa tropf- 
bar gewordene Niederschläge abzuführen, Weshalb die oberwärts 
gelegenen Oeffnungen der rohrenförmigen Kanälchen Gefälle nach 
hinten, den niederwärts gerichteten Oeffnungen aus vorgedachtem 
Grunde zur hinteren Wand Steigerung zu geben ist.  Bei 
Neubauten sollte man nicht versäumen, die zur Aufnahme von 
Bildern bestimmten Flächen sofort in vorstehend beschriebener 
Weise gegen das Durchdringen von Feuchtigkeit zu bewahren. 
Den für den Mörtel zu verwendenden Sand hat man vorher 
gut zu schlemmen, damit er von sonstigen Bodentheilchen, über- 
haupt von fremden Körpern gereinigt werde. Trocken geworden, 
wird er gesiebt, wodurch man eine gröbere und eine feinere 
Sorte erhält (letztere für die obere Schichte, den Malgrund).  
Vitruv sagt B. ll, C. IV vom Sande: „der wird der beste sein, 
welcher in der Hand gerieben knirscht, welcher aber erdig ist, 
der wird keine Rauhigkeit haben. Ebenso wird derjenige taug- 
lich sein, welcher, wenn er auf ein weisses Gewand geschüttet 
worden, nachher wieder herausgeschüttelt oder herausgeworfen, 
dies nicht beschmutzt, noch Erde darauf zurückgelassen hat." 
Was den Kalk anbelangt, so ist recht alter gebrannter 
Kalk, welcher je länger je besser in der Grube abgelöscht ge- 
lagert hat, der beste. Dieser wird nicht so leicht im Bewurfe 
Risse verursachen und auch den Farben ihren vollen Ton be- 
lassen.  Die Hermeneia (das Handbuchder Malerei vom Berge 
Athos) sagt vom Kalke, den man als sogenanntes Mauerweiss 
 welches Cennini "Bianco Sangiovanni nennt  benutzen 
soll, dasselbe. „Der Kalk", so heisst es, „auf die Zunge ge- 
bracht, soll weder bitter schmecken, noch zusammenziehend 
wirken; er soll wie Erde schmecken; mit anderen Worten, er 
muss alt und erstorben sein."  Cenninif) gibt dessen Be- 
reitung C. 58 umständlichst doch im Wesentlichen genau den 
Vorschriften der Hermeneia entsprechend an. 
Mit zwei Theilen scharfem, gutem Sande gemischt, gibt der 
Kalk einen vortrefflichen Mörtel ab! (Reisst der Bewurf, dann 
ist er zu fett, er enthält zu viel Kalk und derselbe ist zu 
frisch.)  Vitruv empfiehlt im 5. C. seines ll. B. drei Theile 
i) "Traetat der Malerei" 
Uebers. v. Alb. 11g. 
des Cennino Cennini da. Colle di Valdelsa.
        

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