Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1326495
Venezianische 
Schule, 
Jahrhundert. 
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einen Tisch gelehnt, betend, und eine heilige Familie in der Land- 
schaft vor einer Hütte mit dem kleinen Johannes und der heiligen 
Katharina (Nr. 43 und 44). 
Die Venezianische Schule legt das Hauptgewicht auf die 
Darstellung des Sinnlichreizenden, ähnlich wie Correggio, und er'- 
reicht ihre Ziele durch ein Vollendetes Kolorit, dessen Ausbildung 
schon von venezianischen Malern des 15. Jahrhunderts angestrebt 
War, aber im 16. Jahrhundert erst seinen Höhepunkt erreicht. Die 
neue Entwickelung der Schule geht von Giorgio Barbarelli, ge- 
nannt Giorgimze, aus; derselbe ist in Oastelfranco angeblich um 
1477 geboren, gestorben 1511 in Venedig. Er war ein Schüler 
des Giovanni Bellini und hat, da er jung starb, nur wenige Ge- 
mälde hinterlassen. Die Galerie in Dresden hat von Giorgione 
eine unbekleidete, in blühender Landschaft schlummernde Venus, 
wie man annimmt von Tizian vollendet (Nr. 185). Vermutlich eine 
alte Kopie nach einem verschollenen Gemälde Giorgiones ist eben- 
dort "Das Horoskop" (Nr. 186): vor einer Ruine steht ein alter 
Mann im Turban mit einer Scheibe und einem Zirkel, hinter ihm 
kniet eine junge Frau, vor der ein nackter Knabe am Boden liegt, 
neben ihr steht ein junger Mann im Harnisch; ebendort eine andere 
Kopie nach ihm, „Das Urteil des Paris" (Nr. 187): Paris, unter einem 
Baume sitzend, hält den Apfel, rechts stehen die drei Göttinnen. 
Die kaiserliche Galerie in Wien besitzt einige mit mehr oder 
weniger Berechtigung dem Giorgione zugeschriebene Bilder: Die 
Auferstehung Christi (Nr. 238), der Heiland schwebt in der Glorie 
über dem Grabe, vor demselben fünf Kriegsknechte; das Gemälde 
wird auch dem Tizian oder dem Schiavoni zugeschrieben; die drei 
Weisen des llllorgenlandes (Nr. 239): ein Greis, ein Mann mittleren 
Alters und ein Jüngling, in morgenländischer Tracht, mit wissen- 
Schaftlichen Instrumenten, in einer Landschaft; der Bravo (Nr. 240), 
ein mit Weinlaub bekränzter Jüngling. wird von einem Manne 
meuchlings angefallen, auf dunklem Grunde; ein männliches Bild- 
nis, vermutlich der Maler selbst (Nr. 241), kann auch von Pellegrino 
da San Daniele oder Morto da Feltre herrühren; ein junger Mann 
mit der Geige (Nr. 242), wahrscheinlicher von Mancini herrührend. 
Ebendort ein Schulbild des Giorgione, den jungen David Öarstellßlld, 
der das Haupt des Goliath auf eine Brüstung legt (Nr. 243); und 
in der Art des Giorgione: ein gerüsteter Krieger, eine Hellebarde 
haltend, auf dunklem Grunde (Nr. 244), vielleicht von Caßriani oder 
Torbido gemalt; ein Ritter und sein Knappe, auf dunklem Grunde 
(Nr. 245), vielleicht von der Hand des Pietro della Vecchia; Christus 
und Magdalena (Nr. 246), diese ist im Begriff, dem mit Petrus und 
Paulus zu Tische sitzenden Heiland die Füsse zu salben, vielleicht 
ein Werk des Polidoro Lanzani. Von einem unbekannten Nach- 
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