Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1326262
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Italien. 
Sodoma weiss die Schönheit der menschlichen Gestalt auf das 
grossartigste darzustellen, war aber weniger befähigt für die Kom- 
position, die er oft durch Überfülle der Gestalten verwirrte; in- 
folgedessen sind seine besten Leistungen die Einzeliiguren. Er 
hat hauptsächlich in Fresko gemalt, obgleich auch eine Anzahl 
tüchtiger Staffeleibilder von ihm vorhanden sind. In der kaiser- 
lichen Galerie in Wien von ihm eine heilige Familie (Nr. 437): 
auf einem Steintische befinden sich das Christkind und der kleine 
Johannes, beide nackt, hinter dem Tische steht Maria, die Kinder 
mit den Armen umfangend, rückwärts steht Joseph; im Museum 
zu Berlin eine jugendliche Caritas, die ein Knäblein auf dem Arm 
hält, während zwei andere Kinder an ihr emporverlangen, auf dem 
Bäumchen links der Pelikan als Sinnbild der Elternliebe (Nr. 109); 
in der Pinakothek in München ein kleines Madonnenbild, noch 
in der Art des Lionardo (Nr. 1073); und der Kopf des Erzengels 
Michael in halber Lebensgrösse, Teil eines grösseren Bildes 
(Nr. 1074); im Museum zu Köln die heilige Clara (Nr. 784), 
Teil eines Tabernakels, und die heilige Katharina von Alexandrien, 
in ihrer Linken die Siegespalme, in der Rechten das Schwert 
haltend, auf Goldgrund und nicht ganz sicher in der Bezeichnung 
(Nr. 808); im Museum zu Hannover Maria mit dem Kinde, 
rechts der heilige Bernhard von Siena, links der heilige Joseph, 
in Halbfiguren, aus dem Anfang der späteren Periode des Meisters 
(Nr. 19). Von Andrea del Brescianino, von 1507 bis nach 1525 
thätig, unter dem Einilusse des Sodoma, später des Fra Barto- 
lommeo gebildet, besitzt das Museum in Berlin die heilige Anna 
selbdritt (Nr. 230), Maria im Sehosse ihrer Mutter sitzend, beugt 
sich zu dem Kinde herab, welches mit einem Lamme spielt; in 
der Pinakothek zu München von ihm eine heilige Familie mit 
gläserner Färbung, aufgedunsenen Formen, unsicheren Umrissen 
und unangenehm braunen Schatten (Nr. 1075). Ein Hauptrneister 
der Schule ist Girolamo della Pacchia (1477 bis nach 1535), Schüler 
des Fungai, und wie dieser den peruginischen Ausdruck mit ernster, 
tiefer Charakteristik verbindend. Seine Madonna mit dem Kinde 
in der Pinakothek zu München zeigt einen liebenswürdigen Aus- 
druck; ebendort von ihm ein heiliger Bernardin (Nr. 1058 und 
1059). Von Domenico Beccafionzi (1486-1551), in seinen Jugend- 
bildern dem Perugino nahe verwandt, später mehr dem Sodoma 
nahestehend, befindet sich ebendort ein schönes helles Jugendbild 
(Nr. 1076). Bartolonzeo Ncroni aus Siena war um 1550-1570 
thätig, von ihm hat das Museum in Köln eine Maria mit dem 
segnenden Christuskinde, links der heilige Ansano, rechts die heilige 
Katharina von Siena (Nr. 784 a); im Museum zu Berlin eine 
Maria mit dem Kinde und den Heiligen Ludwig von Frankreich
        

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