Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1331662
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Frankreich. 
Thomassin in Rom und des Giulio Parigi in Florenz, später durch 
den Einfluss der deutschen Kleinmeister weiter entwickelt. Er ist 
gross in seinen Stichen von eigener Erfindung und hat seltener in 
Öl gemalt; er vertritt in dieser Zeit fast allein in Frankreich das 
Genre und liefert Belagerungen, Schlachten, humoristisch phan- 
tastische Darstellungen, italienische Maskenkomödien, festliche 
Aufzüge, Tänze u. a., aber auch biblische Szenen. Die Erschiessung 
eines Delinquenten vor den Mauern einer Stadt und einem Zeltlager 
unter einem Kastell durch dazu kommandierte Soldaten, während 
ein anderer Verbrecher herbeigeführt wird, in der Galerie zu 
Dresden, ist die Kopie nach einem Gallotschen Stich (Nr. 716); 
ebenso ist der Markt zu Imprimeta bei Florenz nach der Radierung 
Callots gemalt, in einem etwas vergrösserten Massstabe: der grosse 
Platz vor der Kirche ist mit Menschen übersät, Verkaufsbuden 
stehen nebeneinander, Gaukler machen ihre Kunststücke, in einem 
Zelt beginnt eine Rauferei u. s. w. (Nr. 626). Die Ozerninsche 
Galerie in Wien hat von Callot zwei Bambocciaden, Bettler dar- 
stellend, als Gegenstücke (Nr. 160 und 161); und die Versuchung 
des heiligen Antonius (Nr. 193); im Museum zu Braunschweig 
die Plünderung eines Hauses durch Soldaten, wieder nach einer 
Radierung des Meisters gemalt (Nr.  im Museum zu Darm- 
stadt zwei Soldaten beim Kartenspiel, wahrend ein dritter zuschaut, 
bei Kerzenlicht (Nr. 466); im Museum zu Stuttgart ein Jahrmarkt 
in einem Dorfe, vermutlich von einem anderen nach dem Stiche 
Callots gemalt (Nr. 126); ebendort eine kleine Landschaft mit 
Soldaten stafliert; und eine kleine Landschaft mit der Staffage 
einer Exekution (Nr. 400 und 401), Gegenstücke; im Schlosse zu 
Aschaffenburg die Kreuzigung Christi; und ein Ecce homo mit 
vielen kleinen Figuren (Nr. 163 und 166); im Ferdinandeum zu 
Innsbruck eine Militär-Exekution, und die Plünderung eines 
Nonnenklosters (Nr. 589 und 590). Jacques Stella, geboren zu 
Lyon um 1596, gestorben zu Paris 1657, wanderte früh nach Italien 
und hielt sich mit seinem Bruder Franz zunächst in Florenz auf, 
1623 begab er sich nach Rom und schloss sich dem Nicolaus 
Poussin an, nach seiner Rückkehr nach Frankreich, 1634, liess er 
sich in Paris nieder. Seine Arbeiten zeigen eine gewisse Ver- 
wandtschaft mit denen Poussins, ohne diesen zu erreichen. Die 
kaiserliche Galerie in Wien hat von ihm das Urteil Salomos: 
dieser thront, umgeben von Richtern, vor ihm knieen die beiden 
Frauen mit dem lebenden und dem toten Kinde u. s. w. (Nr. 648); 
in der Galerie zu Augsburg das Brustbild einer Madonna mit 
an der Brust übereinander gelegten Händen zum Himmel empor- 
blickend (Nr.1 220); in der Galerie zu Oldenburg Diana, nach der 
Jagd unter Eichen ruhend, lässt die Nymphen nach einem Vogel
        

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