Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1331469
Spanische 
Schulen. 
Die spanische Malerei hat eine grosse Anzahl herrlicher, 
mächtiger Werke geschaffen, kann aber auslangend nur in ihrem 
Heimatslande studiert werden; was davon in deutschen Galerien 
vorkommt, liefert nur ein äusserst lückeuhaftes dürftiges Abbild 
des Geleisteten. Die spanische Kunst, obwohl in ihrer Entwickelung 
ersichtlich unter italienischem Eindusse stehend, hat dennoch ein 
stark nationales Gepräge aufzuweisen und tritt namentlich in einen 
scharfen Gegensatz zur späteren holländischen, indem sie sich mit 
Vorliebe der kirchlichen Malerei zuwendet und nicht wie jene die 
ganze Breite des weltlichen Lebens in sich aufnimmt. Die nicht 
sehr zahlreichen spanischen Miniaturen, anfangs etwas unbeholfen 
in der Zeichnung, bald aber durch anfallende und reiche Färbung 
hervorragend, bilden hier wie anderwärts die Anfänge, dann nähert 
sich, im Anfange des 15. Jahrhunderts, die Malerei dem Stile 
des Fiesole, bis im Verlaufe desselben Jahrhunderts die van Eycksche 
Schule die besondere Gunst der Spanier gewinnt. Der eigentliche 
Aufschwung erfolgt jedoch erst nach der Mitte des 16. Jahrhunderts 
durch die Nachfolge der grossen italienischen Meister, des Raffael 
und Michelangelo, welche sich später mit dem Studium des vene- 
zianischen Kolorits verbindet. Die wahrhaft grossartige Blütezeit 
der spanischen Malerei, etwa um die Mitte des 17. Jahrhunderts, 
welche in erster Linie durch die Werke der Zurbaran, Velasquez 
und Murillo bezeichnet wird, ist aber, wie schon oben bemerkt, 
von streng nationaler Eigenheit durchdrungen; sie giebt ein treues 
Abbild der monarchisch-hieratischen Richtung des spanischen Volks- 
geistes. Es entstehen fast ausschliesslich Kirchenbilder, ausgestattet 
mit dem Ausdruck leidenschaftlicher Andacht, zugleich mit der 
naturalistischen Kraft der einzelnen Gestalten; dann spiegelt sich 
der monarchische Staat in einer Reihe lebensvoll aufgefasster 
Bildnisse der Könige und hochst-ehender Personen, welche mit zu 
dem Besten gehören, was je auf diesem Gebiete geschaffen worden 
ist; endlich schliessen sich noch eine Anzahl genreartiger, hoch- 
poetischer Darstellungen aus den untersten Schichten des Volkes 
an, aber ganz Verschieden von der niederländischen Behandlung 
desselben Stoff kreises.  
Meister des 15. und 16. Jahrhunderts. Das Städelsche 
Institut zu Frankfurt a. M. besitzt von einem Meister, etwa 
um 1400 thätig, eine Maria als Himmelskönigin, mit dem Kind 
auf dem Schoss, von musizierenden Engeln umgeben, auf Gold- 
grund (Nr; 1a). Angeblich von Fernandez Gallegos, geboren 1475, 
gestorben zu Salamanca um 1550, hat die Sammlung zu Lützschena
        

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