Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1330762
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Holland. 
(Nr. 336); in der Sammlung zu Lützschena ein Blumenstrauss, 
daneben Früchte (Nr. 110). 
Leidener Schule. Namentlich in einigen vortrefflichen 
Sittenmalern der Leidener Schule wirkt das Vorbild Rembrandts 
nach, so bei Gerard Dou, der in diesem Sinne häusliche Szenen 
malt, allerdings in peinlicher Vollendung, die seinem Meister fremd 
ist; auch Metsu und Fr. Mieris folgen demselben Muster, stellen 
aber meist das Leben der feineren Gesellschaftskreise dar. Nur 
der unübertreElich geniale Jan Steen kehrt mit Bewusstsein zu 
den niederen Elementen zurück, aber er steht mit seiner freien, 
ironischen Auifassung des Lebens über den Darstellungen seines 
Kreises. Jan Pijnas, geboren angeblich zu Haarlem 1570, lebt 
noch 1621, vermutlich in Leiden, gehört noch zu den älteren 
Malern, die sich in Italien nach Elsheimer bildeten; er malt zu- 
meist biblische Gegenstände. Die kaiserliche Galerie zu Wien 
hat von ihm Moses, das Wasser aus dem Felsen schlagend, bei 
Moses stehen Aaron und noch zwei Männer, vor dem Quell kniet 
das Volk und schöpft, vorn das Zeltlager der Juden (Nr. 1114). 
Gerard Dou, geboren zu Leiden 1613, gestorben daselbst 1675, 
Schüler des Kupferstechers Bart. Dolendo, des Glasmalers Pieter 
Couwenhorn und Rembrandts, thätig vornehmlich in Leiden, ist 
das Haupt der dortigen Sittenmalerschule. Seine Darstellungen 
bewegen sich meist im engen Kreise des gemütlichen Familien- 
lebens; die Ausführung ist immer meisterhaft und von grösster Fein- 
heit; er bringt oft besondere Lichteffekte an, von feinerer Be- 
obachtung des Seelischen ist allerdings in seinen Bildern weniger 
zu bemerken. In der Galerie zu Dresden befinden sich von ihm 
17 Bilder, darunter der junge Meister in seiner YVerkstatt, von 1647; 
das berühmte Bild des Geigers am Fenster, von 1665, mehrere 
Nachtstücke; und zwei Bildnisse der Mutter Rembrandts (Nr. 1704 
bis 1720); ebendort, nach Ger. Dou, die Mausefalle, ein junges 
Mädchen mit einer brennenden Kerze in der einen und der Falle 
mit der gefangenen Maus in der anderen Hand, daneben ein Knabe; 
und die Halbfigur eines Mädchens mit einer Laterne (Nr. 1721 
und 1722); ebendort, von einem Nachahmer des Meisters, Maria 
Magdalena in altem Ruinengemäuer knieend (Nr. 1723). Das 
Museum in Berlin besitzt von Ger. Dou: eine büssende Magda- 
lena in ihrem Gemach; ein Bildnis von Rembrandts Mutter, aus 
der frühesten Zeit des Meisters, kleines Brustbild; und eine Köchin 
mit dem Lichte in eine kellerartige Vorratskammer tretend 
(Nr. 843, 847 und 854-); in der kaiserlichen Galerie zu Wien: ein 
junger Arzt an einem ofenen Bogenfenster stehend und den Inhalt 
eines Glases betrachtend, links hinter ihm ein weinendes altes 
Weib, von 1653; eine alte Frau, sich aus dem Fenster neigend
        

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