Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1329096
d. 17. Jahrh. 
Schlachtenrnaler 
in 
u. Brüssel. 
Antwerpen 
343 
Antwerpener und Brüsseler Schlachten- und Reiter- 
maler des 17. Jahrhunderts. Wie in allen übrigen Zweigen 
der Malerei, so hatte Rubens auch in der Schlachtenmalerei schon 
auf die Italiener anregend gewirkt; indes schlief bei diesen die 
vom Historischen so ziemlich losgelöste, nur die Darstellung eines 
allgemeinen, nach Farben und Liehtmassen angeordneten Kampf- 
getümmels bezweckende Richtung bald wieder ein, während sie 
bei den Niederländern und Deutschen mit neuer Kraft nach dem 
Vorbilde des Rubens aufgenommen und fortgesetzt wurde. PöeteT 
Snaycrs, geboren zu Antwerpen 1592, gestorben zu Brüssel etwa 
1667, Schüler des Sebastiaen Vrancx, thatig zu Antwerpen und 
vornehmlich in Brüssel, malte Bildnisse und Landschaften, Ge- 
fechte und Schlachten, letztere bildeten später sein Hauptfach 
Er war der Lehrer des van der Meulen. Das Museum zu Dres- 
den besitzt eine Anzahl seiner Bilder: das Gefecht bei der Wind- 
mühle, Reiter stürmen die Anhöhe des Mittelgrundes; ein Reiter- 
gefecht, in der MÄitte zwei Reiter auf Schimmeln im Kampfe, 
beide sind Gegenstücke und Jugendarbeiten des Meisters (Nr. 1106 
und 1107); die Plünderung eines Dorfes durch Soldaten (Nr. 1108); 
Räuber im Walde, bei einem geplünderten Reisewagen, links nahen 
Soldaten; Räuber vor einem Dorfe, welche Wagen anhalten, 
Gegenstück zum vorigen (Nr. 1109 und 1110); und aus der späteren, 
Zeit des Meisters, in veriiachter Malweise, zwei Gegenstücke 
Reiter in einem Hohlwege, und ein Reiter und andere Personen 
in einsamer Felsenschlucht (Nr. 1111 und 1112). Die Berliner 
Galerie hat von Snayers einen Waldweg mit Fusswanderern, in 
der Ferne eine Ortschaft (Nr. 751). In der kaiserlichen Galerie 
zu Wien befinden sich von ihm unter anderen eine Anzahl Bilder, 
welche die Kriegsthaten des Erzherzogs Ferdinand und des Feld- 
marschalls Octavio Piccolomini darstellen: eine grosse Feldschlacht 
in einer weiten Ebene, eine grosse Kavallerieattacke füllt den 
Mittelgrund und scheint den Ausschlag zu geben; eine Gebirgs- 
landschaft mit einem Schlosse, mit Reisenden und einer Schaf- 
herde staffiert; ein Reitertrupp vor einem Wirtshause haltend, 
umher lagerndes Fussvolk; ein Schlachtfeld, auf dem die Leichen 
geplündert werden, im Vordergrunde eine Reiterschar mit dem 
Anführer, Seitenstück zum vorigen Bilde; ein Reitergefecht auf 
einer steinernen Brücke und am Ufer daneben; der Entsatz von 
Löwen durch die Truppen des Kardinal-Infanten Ferdinand und 
des Feldmarschalls Piccolomini, die Belagerer unter hlarsghall 
Chatillion und Prinz Friedrich von Oranien wenden sich zum 
Fliehen; das Bild gehört zu einer Folge von 12 Darstellungen, 
sämtlich in der kaiserlichen Galerie zu Wien, die in der Kom- 
position übereinstimmen, indem dreiviertel der Bildfläche von der
        

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