Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1328372
Vlämische 
Schule, 
17. Jahrhunderts. 
Hälfte 
271 
kamen nun erst neben der Historienmalerei zu eigentümlicher 
Blüte und breitester Entfaltung. Im Sittenbilde arbeitete sich 
namentlich die Schule der Brueghels aus dem Manierismus der 
italienischen Nachfolge zu einer eigenartigen Naturauifassung hin- 
durch. Eine besondere Bedeutung gewann aber die Landschafts- 
malerei; es bildete sich in dieser eine neue Richtung des Ideals, 
eine neue Klasse des poetisch Schönen in der Kunst aus. Von 
Paul Bril dem Jüngeren ging die Vermittelung zwischen der alten 
bunten, phantastischen Art der niederländischen Landschaft mit 
dem idealen Stil der Italiener aus; er malte in Rom hochpoetische 
Stimmungsbilder, welche auf die Wiedergabe der Totalerscheinung 
der Natur in Luft und Licht ausgingen, und nicht nur bei seinen 
Landsleuten eine verständnisvolle Nachahmung fanden. Mit diesen 
Bestrebungen bereitet sich die zeitlich kaum unterschiedene grosse 
Epoche der niederländischen Malerei vor, als deren Hauptrepräsen- 
tanten auf vlämischer Seite Rubens, auf holländischer Frans Hals 
und Rembrandt gelten müssen. 
Hieronymus Francken, geboren zu Herenthals 1540, gestorben 
1610 zu Paris, war erst Schüler seines Vaters, dann des Frans 
Floris, er war schon 1566 in Fontainebleau, später in Paris thätig. 
Von ihm hat die Galerie in Dresden die Enthauptung Johannes 
des Täufers, rechts überreicht eine Alte das Haupt auf einer 
Schüssel der Tochter der Herodias (Nr. 855); in der Harrachschen 
Galerie in Wien von ihm ein heiliger Jüngling, der sich auf Befehl 
einer Königin in einen Brunnen stürzt (Nr. 399). Frans Francken  
geboren zu Herenthals 1542, gestorben zu Antwerpen 1616, Bruder 
des vorigen, Schüler des Frans Floris, ist in Antwerpen thätig. 
Es setzte die Richtung des Floris fort und malte dieselben langen 
Gestalten mit noch gesteigerter technischer Geschicklichkeit, aber 
geringerem geistigen Gehalt. Ein Christus auf dem Wege nach 
Golgatha mit grossartiger Landschaft und schwarz bewölktem 
Himmel, in der Galerie zu Dresden (Nr. 856), kann ihm mit 
Sicherheit zugeschrieben werden. Die kaiserliche Galerie in Wien 
hat von ihm: Christus wird von Pilatus dem Volke gezeigt, vor 
der erhöhten Bühne drängt sich eine lärmende Volksmenge (Nr. 834); 
und Krösus dem Solon seine Reichtümer zeigend, von einer zahl- 
reichen prächtig gekleideten Gesellschaft begleitet, im Hintergrunds 
in der Landschaft der Scheiterhaufen, auf dem Krösus verbrannt 
werden soll (Nr. 835). Von demselben im Museum zu Stuttgart 
die Anbetung der heiligen drei Könige (Nr. 585); und derselbe 
Gegenstand nochmals in veränderter Anordnung (Nr. 590); in der 
Harrachschen Galerie inWien nach ihm: Christus wird von Pilatus den 
Juden gezeigt, unter Christus ist der Kerker des Barabbas sichtbar 
(Nr. 344). Die Sammlung im Schlosse zu Aschaffenburg besitzt
        

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