Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1328311
Holländische 
Schule, 
16. Jahrhundert. 
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halle zu Karlsruhe von ihm Küchengewächse in kolossaler Grösse, 
auf dem Boden einer Scheune liegend, rechts Ausblick auf ein 
Kohlfeld, auf dem ein Bauernpaar bei der Arbeit, daneben ein 
Karren mit Pferd (Nr. 213). Ebendort von einem holländischen 
Meister um 1548 ein weibliches Bildnis, in Halbfigur (Nr. 846). 
Von Camelis van Gouda, geboren zu Gouda 1510, gestorben da.- 
selbst 1550, Schüler des Marten Heemskerck, befindet sich das 
lehensgrosse Brustbild eines Mannes in der Galerie Harrach zu 
Wien (Nr. 327). Antomls Mor van Dashorst, geboren zu Utrecht 
1512 oder 1521, gestorben zu Antwerpen zwischen 1576 und 1578, 
Schüler des Scorel, hat sich unter Tizian zum ersten niederländischen 
Porträtmaler seiner Zeit ausgebildet. Er arbeitete in Italien, 
Portugal, Spanien und England, war1559 wieder in Utrecht, 1568 
in Antwerpen, wo er von 1572 bis zu seinem Tode nachweisbar 
ist. Er malte zuweilen auch historische Darstellungen, sein Haupt- 
fach blieb aber immer das Porträt, worin er vermöge seiner feinen 
Naturbeobachtung und der vortrefflichen Modellierung in seiner 
Zeit unerreicht dasteht. Das Bildnis eines Utrechter Kanonikus, 
Brustbild auf grünem Grunde, in der Galerie zu Dresden (Nr. 847), 
könnte eine Jugendarbeit des Mor sein, aber auch von Scorel her- 
rühren; dagegen dürfte Nr. 847A ebendort, ein männliches Bildnis, 
als Kniestück, wohl als ein echtes Bild des Mor aus seiner mittleren 
Zeit gelten; ein ausgezeichnetes männliches Bildnis ebendort 
(Nr. 848) dürfte demselben Meister angehören. Das früheste datierte 
Werk des Mor, noch im Anschluss an Scorel, ist das Bildnis der 
Utrechter Domherren Cornelis van Horn und Antonius Taets, in 
weisser Ordenstracht, auf hellgrauem Grunde (Nr. 585 A), im Museum 
zu Berlin; ebendort ein dem Mor vermutungsweise zugeschriebenes 
männliches Bildnis, auf dunklem Grunde (Nr. 730). Die kaiserliche 
Galerie in Wien besitzt von ihm eine Reihe ausgezeichneter Bild- 
nisse: das des Kardinals Granvella, an einem Tische stehend, in 
halber Figur, lebensgross (Nr. 1030); das Bildnis der Herzogin 
Margarete von Parma, als lebensgrosses Brustbild (Nr. 1031); 
das Bildnis einer vornehmen Dame, als lebensgrosses Kniestück, 
bezeichnet 1575 (Nr. 1032); ein männliches Bildnis (Nr. 1033); das 
Bildnis einer jungen Frau (Nr. 1034); das Bildnis eines jungen 
vornehmen Mannes, von besonders feiner Durchbildung, bezeichnet 
1564 (Nr. 1035); und das Bildnis der Königin Maria von England, 
als kleines Brustbild auf grünem Grunde, mit einiger Wahrschein- 
lichkeit dem Mor zugeschrieben (Nr. 1036). Das Bildnis eines 
braunbärtigen Mannes von ihm in der Pinakothek zu München 
(Nr. 661) zeigt wieder die dem Meister eigene harmonische Ver- 
schmelzung der grossen italienischen Auffassung mit der nieder- 
ländischen scharfen Charakteristik. Im Museum zu Kassel werden
        

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