Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1328153
Vlämische 
Schule, 
Jahrhundert. 
249 
sich diese Gedanken zu einer eigenen Existenz. Peeter Brueghel 
lernte bei Pieter Koeck van Aelst und trat 1551 in die Ant- 
werpener Malergilde; nach einem Aufenthalte in Italien wählte 
Brueghel Brüssel zu seinem bleibenden Aufenthalte. In seinen 
Kirchenbildern gehört Brueghel noch der älteren Schule an, aber 
seine Genrebilder in der neuen Art stellen meist Szenen aus dem 
Bauernleben dar, Festlichkeiten, Prügeleien und Trinkgelage, meist 
mit bedeutendem Humor aufgefasst. In der Dresdener Galerie 
von ihm: eine Bauernschlägerei (Nr. 819), vier Bauern und zwei 
Bäuerinnen sind in heftigem Kampfe, Heugabeln und Dreschflegel 
sind die Waffen, im Hintergrunde die Dorfstrasse. Das berühmte 
Bild ist möglicherweise eine tViederholung von der Hand des 
jüngeren Brueghel. Ebendort von Peeter Brueghel d. Ält. die 
Predigt Johannes des Täufers (Nr. 819A), der vorn im Walde ein 
buntes Volk lauscht; vielleicht ist auch dieses in mehreren Wieder- 
holungen existierende Bild von dem jüngeren Peeter Brueghel 
nach dem Originale des Vaters gemalt. Von einem Nachahmer des 
älteren Brueghel rührt eine Winterlandschaft in der Dresdener 
Galerie her (Nr. 820), vor einem Hause mit einem Laubenvorbau 
sind Männer beschäftigt den kahlen Baum, der das Dach bildet, 
zu beschneiden. Der ältere Brueghel ist in der kaiserlichen Galerie 
zu YVien besonders gut durch Gemälde vertreten: der Bethlehe- 
mitische Kindermord geht in einem vlämischen Dorfe zur Winters- 
zeit vor sich, in der Mitte eines grossen Platzes halt ein Trupp in 
Eisen gehüllter Reiter, andere Kriegsknechte haben sich verteilt 
und morden die Kinder (Nr. 736); die Kreuztragung, der Heiland 
in der Mitte des Zuges, von Henkersknechten gehöhnt und miss- 
handelt, voraus die Schächer auf einem Armensünderkarren, von 
zwei Kapuzinern begleitet, ganz vorn die Mutter des Heilandes, 
von Johannes unterstützt, von heiligen Frauen umgeben (Nr. 737), 
ein Hauptbild des Meisters; der Sturz Sauls, der inmitten einer 
grossen Schar von Kriegern durch ein wildes Felsengebirge zieht, 
aus den Wolken fallen Lichtstrahlen auf den gestürzten Reiter 
(Nr. 738); der babylonische Turmbau, ein riesiger, noch unvollen- 
deter Turm, in die Wolken ragend, erhebt sich am Meeresufer, 
eine Strasse windet sich spiralförmig an ihm hinauf und ist mit 
zahllosen Menschen bedeckt, der König, begleitet von seinem Ge- 
folge, wird von einer Gruppe von Arbeitern knieend begrüsst 
(Nr. 739); die Schlacht zwischen den Israeliten und den Philistern, 
im Vordergrunde Saul und sein Waffenträger, die sich in ihre 
Schwerter stürzen, im Hintergrunde Landschaft mit einem Strome, 
einer Bergfeste und einer Stadt (Nr. 740); der Streit des Faschings 
mit den Fasten, im Vordergrunde ein dicker Mann auf einem 
Fasse reitend und auf einem Bratspiesse Würste, Hühner und einen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.