Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1328083
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Südliche Niederlande. 
Rückfahrt, auf der wieder der Kaiser zu Pferde erscheint. Ma- 
rinus van Rcimerswalen, geboren gegen 1500 zu Reimerswalen, 
gestorben vor 1567, ahmte die Art des Quinten Massys nach, ohne 
seine Eigentümlichkeit aufzugeben. Er malte mit Vorliebe Geld- 
wechsler und Sachwalter. Die kaiserliche Galerie in Wien hat 
von ihm: das Gleichnis vom ungerechten Haushalter, derselbe sitzt 
an einem Tische bei seinen Papieren und erhebt die Hand ab- 
wehrend gegen seinen Herrn (Nr. 988); und den heiligen Hiero- 
nymus im Gemach bei seinen Büchern sitzend, in halber Figur, 
nahezu lebensgross, wie auch die Gestalten des vorigen Bildes 
(Nr. 989); in der Galerie zu Dresden der Geldwechsler mit seiner 
Frau, in Halbfiguren (Nr. 812), auf das Original von Massys im 
Louvre zurückgehend. Die Pinakothek in München besitzt von 
Reimerswalen eine Wiederholung des Geldwechslers mit seiner 
Frau (Nr. 138), und einen Schreibenden (Nr. 139). Beide Bilder 
zeigen dieselben Typen, denselben gleichmässig rötlichen Fleischton 
und dieselbe gläserne Durchsichtigkeit der Färbung. Lamberf 
Lombard, geboren zu Lüttich 1505 oder 1506, gestorben daselbst 
1566, gehört zu den Manieristen, die sich in Italien gebildet haben, 
vorher war er Schüler des Mabuse. Die kaiserliche Galerie in 
Wien hat von ihm eine Anbetung der Hirten (Nr. 981), als Knie- 
stück mit fünf lebensgrossen Figuren; im Museum zu Berlin eine 
sitzende Maria, über das schlafende nackte Kind gebeugt, lebens- 
grosse Knieiigur auf dunklem Grunde (Nr. 653); im Museum zu 
Kassel das mit ziemlicher Sicherheit benannte Selbstbildnis des 
Meisters, Halbiigur in Lebensgrösse auf hellbraunem Grunde 
(Nr. 36); im Museum zu Köln Christus am Kreuz, links Maria, 
rechts Johannes, unten den Kreuzesstamm umfassend, kniet Maria 
Magdalena (Nr. 200); und eine Kopie nach Lambert: eine Be- 
weinung, Maria unter dem Kreuzesstamm sitzend, küsst das Antlitz 
des auf ihrem Schosse ruhenden Leichnams Christi (Nr. 201); die 
Seitenflügel mit der heiligen Katharina und der heiligen Barbara 
sind von schwächerer Hand und wohl erst später hinzugefügt; 
ebendort die Kopie eines im Privatbesitz in Köln befindlichen 
Altarwerkes, in der Mitte eine Pieta, der Leichnam Christi wird 
von Maria und Johannes gestützt, auf den Flügeln als Kniestücke 
Joseph von Arimathia und Maria Magdalena (Nr. 573). Das herzog- 
liche Museum in Gotha hat von Lombard die Anbetung der Hirten, 
Maria mit dem Kinde vor einem Renaissancebau sitzend, die 
Landschaft ist tief grünblau, mit einem ovalen gelben Schein am 
Himmel  in der grossherzoglichen Sammlung in Oldenburg 
eine Pieta, Maria hält den Leichnam Christi auf dem Schoss, der 
von Johannes gestützt wird (Nr. 110); im Germanischen Museum zu 
Nürnberg eine alte Kopie nach dem Originale des Meisters in der
        

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