Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1328039
Schule, 
Flandrische 
und 
16. Jahrh. 
des 
Anfang 
237 
seiten derselben die Messe des heiligen Gregor mit zahlreichen 
Zuhörern. Der Auswahl der dargestellten Personen und Vorgänge 
nach könnte man eher auf einen deutschen Meister als Urheber 
des Gemäldes schliessen. Angeblich von Jan van Coninmlo, geboren 
zu Brüssel etwa um 1489, besitzt das Museum zu Kassel einen 
Flügelaltar (Nr. 20), im Mittelbild erscheint Christus als Salvator 
Mundi, links die anbetende Maria, die heilige Anna und Maria 
Magdalena, rechts Paulus und Petrus, über ihnen in einer Wolke 
schwebt die Taube des heiligen Geistes; auf dem linken Flügel der 
heilige Franziskus und die heilige Clara, über ihnen schwebt ein 
Engel; auf dem rechten Flügel zwei unbestimmte weibliche Heilige, 
links über ihnen schwebt ein Engel. Vielleicht dem Gerhart 
Horebout, geboren 1475 zu Gent, zuzuschreiben ist eine thronende 
Maria mit dem Kinde im Museum zu Darmstadt (Nr. 189), zur 
rechten Seite stehen vier singende Engel, links spielt ein Engel 
Orgel, ein anderer Harfe, ein dritter scheint die Balge der Orgel 
zu ziehen; die Engel sind unverkennbar den Flügeln des Genter 
Altarwerks der Brüder van Eyck entnommen. Von Lodozvijk Jans 
vom Bos, um 1460, hat die Nostizsche Galerie in Prag zwei grosse 
Blumenstücke in einer Vase (Nr. 261 und 263). Ifieronymus Bosch, 
eigentlich mm Acken, geboren um 1462 zu Herzogenbusch, ge- 
storben daselbst 1516, thatig zu Antwerpen, ist im Germanischen 
Museum zu Niirnb erg durch ein Spukbild mit zahlreichen Monstern 
und nackten Verdammten vertreten, an verschiedenen Stellen sprühen 
Flammen aus dem schwarzen Grunde; das Gemälde ist der rechts- 
seitige Unterteil eines Jüngsten Gerichts (Nr. 59). Bosch brachte 
die abenteuerlichsten Gebilde seiner originellen Phantasie auf seinen 
Gemälden an und gilt als Schöpfer dieser Richtung, wenn er auch 
nicht ohne Vorgänger war, jedenfalls übertraf er alles, was bis 
dahin an Martern der Hölle und Versuchungen des heiligen Antonius 
erfunden war. In der kaiserlichen Galerieizu Wien befindet sich 
von ihm zweimal die Versuchung des heiligen Antonius (Nr. 702 
und 703): der Heilige liegt einmal im Gebet auf den Knieen, eine 
Menge phantastischer, greulicher Ungestalten umgiebt ihn, im 
Vordergrunde steht ein nacktes junges Weib in einem Wasser, im 
Hintergrunde Landschaft und brennende Gebäude; das zweite Bild 
ist ähnlich, aber vorn rechts ein Gebäude, in dessen Inneren man 
einen Altar mit einem Kruziüx und brennender Kerze sieht, und 
davor seltsamerweise Christus. Ebendort von Bosch die Martern 
der Hölle (Nr. 704): eine greuliche Gestalt öffnet den Rachen, in 
den die Verdammten getrieben werden, daneben ein grosses Feuer, 
bei welchem andere rösten u. s. w., durch die Pforte der Hölle 
dringt Christus mit hoch erhobenem Kreuze. In der Harrachschen 
Galerie zu Wien von "demselben: Christus als Befreier der Seelen
        

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