Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1327913
15. Jahrhundert. 
Schule, 
Flandrische 
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Hieronymus mit dem Löwen, Ägidius mit dem Reh und Blasius; 
endlich nach Eröffnung der inneren Flügel auf der Mitteltafel die 
Kreuzigung, auf den beiden Seitenbildern die Kreuztragung und 
die Grablegung, doch so, dass bei jener die vorhergegangenen 
Momente von dem Gebete auf dem Ölherge an, bei dieser die 
darauf folgenden bis zur Himmelfahrt im landschaftlichen Hinter- 
grunde in kleinen Figuren erscheinen. Die Ausführung des Werks 
ist ungleich, Christus am Kreuze ist weniger gelungen, aber die 
Gesamtwirkung ist dennoch grossartig. Das berühmte „Jüngste 
Gericht" in der Marienkirche zu Danzig ist ein ausgezeichnetes 
Werk der Flandrischen Schule, kann aber nicht mit Sicherheit 
Memling zugeschrieben werden. Das Bild ist die vollkommenste 
Darstellung des Jüngsten Gerichts, welche die nordische Kunst 
bisher geschaffen hatte: Christus sitzt auf dem Regenbogen, die 
Füsse auf der Weltkugel, Lilie und Schwert gehen von seinem 
Munde aus, Engel mit den Marterwerkzeugen und andere mit 
Posaunen umgeben ihn, zu seinen Seiten auf Wolken Maria und 
Johannes, dahinter die zwölf Apostel, endlich gerade unter dem 
Weltenrichter der Erzengel Michael mit der Wagschale und neben 
ihm die Auferstehung der Toten aus ihren Gräbern. Das Flügel- 
bild zur Rechten zeigt die Seligen zur Himmelspforte empor- 
steigend. Die Aussenseiten der Flügel enthalten grau in grau die 
in Nischen aufgestellten Standbilder der heiligen Jungfrau mit 
dem Kinde und des heiligen Michael, darunter die zum Teil über- 
malten knieenden Gestalten des Stifters und seiner Gemahlin. In 
der Galerie zu Dresden befindet sich eine alte Kopie nach Mem- 
ling das Brustbild Antons von Burgund, des Bastards Philipps 
des Guten (Nr. 801), und aus der Werkstatt des Meisters: der 
heilige Christophorus, das Christkind durch den Fluss tragend, 
über ihm die Taube des heiligen Geistes und Gottvater in den 
Wolken; und Adam und Eva im Paradiese mit der Schlange 
Nr. 802 und 803). Die Maria mit dem Kinde in einer baumreichen 
Landschaft (Nr.528B) in der Berliner Galerie, ist eine freieWieder- 
holung des Madonnenbildes von Memling im Johannes-Hospital 
zu Brügge. Eine thronende Maria mit dem Kinde im Berliner 
Museum (Nr. 529) zeigt sich dem Altarbild des Meisters im Dom 
zu Lübeck verwandt. Aus der Schule des llrIemling stammt ein 
Jüngstes Gericht in der Berliner Galerie (Nr. 600), im oberen 
Teile mit dem Jüngsten Gericht in Danzig einigermassen über- 
einstimmend; und in der Kunsthalle zu Karlsruhe ein männ- 
liches Bildnis auf landschaftlichem Grunde (Nr. 139). Von ihm 
besitzt das Städelsche Institut in Frankfurt a. M.: ein männliches 
Bildnis, den heiligen Hieronymus in Bussübung, die Halbfigur der 
Maria mit dem Kinde (Nr. 107, 108 und 108a); und aus seiner 
Ehe, Cicerone. IV. '15
        

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