Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1327907
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Südliche Niederlande. 
Stelle unter den niederländischen Malern ein, er wusste die Demut 
und Kindlichkeit des mittelalterlichen Stils so rein festzuhalten 
und sich doch der Freiheit der vollendeten Kunst zu nähern. Ein 
1470 gemaltes, in der Münchener Pinakothek befindliches Bild- 
chen, welches Johannes den Täufer darstellt, wie er auf einem 
Felsstück neben einer Quelle sitzt (Nr. 115), zeigt tiefe Em- 
pfindung und liebenswürdige Naturbeobachtung. Die andere Tafel 
ebendort (Nr. 116) mit den Freuden der Maria, enthält die Lebens- 
geschichte der heiligen Jungfrau von der Verkündigung bis zur 
Erhebung in den Himmel, mit Ausschluss der Passion, und zwar 
nicht in einzelnen gesonderten Feldern, sondern als ein grosses 
Ganzes in landschaftlicher Verbindung. Die Ereignisse spielen 
sich jedesmal in einem besonderen Gebäude ab, dahinter er- 
hebt sich die Landschaft mit Baumgruppen, Felsen, Strömen, 
Brücken und mit fernen Bergen oder dem von Schiffen belebten 
Meer. In der Mitte sieht man die Stadt Jerusalem wieder mit 
verschiedenen Vorgängen ausgestattet, dann das Dorf Bethlehem 
und endlich am Horizonte die Himmelfahrt Christi und die Er- 
hebung der heiligen Jungfrau in den Himmel. Die kaiserliche 
Galerie in Wien besitzt von Memling das Mittelbild eines Trip- 
tychons von miniaturartig feiner Ausführung und jugendlicher 
Frische der Empfindung: Maria mit dem Kinde unter einem 
prächtigen, mit Figuren und Ornamenten geschmückten Steinbogen 
thronend, ein knieender Engel hält eine Geige, zur Linken kniet 
der schwarz gekleidete Stifter, zu beiden Seiten des Throns sieht 
man in eine freundliche Landschaft (Nr. 1006). Eine Wiederholung 
desselben Motivs mit Weglassung des Donators befindet sich im 
Jagdschlosse zu Wörlitz. Die vereinigten Innenseiten der Flügel 
zu vorstehendem Bilde, ebenfalls in der kaiserlichen Galerie zu 
Wien (Nr. 1007), ein gotisches Portal mit doppelter Öffnung dar- 
stellend, zeigen in jedem der beiden Bogen die Gestalt eines heiligen 
Johannes, links Johannes Bapt., rechts Johannes Ev., den Hinter- 
grund bildet die Aussicht in eine Landschaft. Ebendort die Aussen- 
seiten der Flügel, zwei steinerne Nischen darstellend, in welchen 
Adam und Eva stehen. Ausser den vorgenannten Gemälden ent- 
halt die kaiserliche Galerie in Wien von Memling die Flügel eines 
Triptychons mit der Kreuztragung und der Auferstehung Christi 
(Nr. 1009); das Mittelbild befindet sich jetzt in der Eszterhazy- 
Landesgalerie in Budapest. Unter den grösseren Bildern, die 
man Memling zuschreibt, ist das berühmte Altarwerk in einer 
Kapelle des Doms zu Lübeck das am meisten gesicherte. Es ist 
durch doppelte Flügel geschlossen und zeigt im Äusseren grau in 
grau die Verkündigung, demnächst, nach der Öffnung des ersten 
Flügelpaares, die Patrone der Kapelle, die Heiligen Johannes Bapt.,
        

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