Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1327881
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Niederlande. 
Südliche 
denen eines mit drei grossen Bildern und einer Anzahl Vignetten 
als das Gebetbuch Karls des Kühnen bezeichnet wird. Die Ham- 
burger Stadtbibliothek enthält den Roman Lothar und Walter, 
welchen die Gräfin Margarete von Wydemont, Gemahlin des 
Herzogs Friedrich von Lothringen in das Französische, und deren 
Tochter Elisabeth von Nassau-Saarbrücken in das Deutsche über- 
setzt hatte, von 1437. Aus der Zeit Philipps des Guten, Karls 
des Kühnen und seiner Tochter Maria sind drei Buchmaler fest- 
gestellt: Loyset Liädet, Pol Flmtit und Willem Vrelant. Das 
Hauptwerk Liedets scheinen die Malereien in dem Roman Reg- 
nault de Montaban zu sein, von welchem sich der fünfte Band von 
1457 in München befindet. Die Mehrzahl der Bilder stellt 
Schlachten und Kämpfe dar. Das sogenannte Gebetbuch der 
Maria von Burgund in der Wiener Hofbibliothek (Nr. 1859), etwa 
1480 ausgeführt, gehört zu den reichsten und schönsten. Es hat 
prachtvolle Randverzierungen, Initialen, Kalenderbilder und grössere 
Malereien, deren mehreren an Jean Fouquet oder Hcms Memling 
erinnern. Ebenda befindet sich ein Gebetbuch des Kaisers Maxi- 
milian I. mit einigen grossen Bildern, Bilderinitialen und feinen 
Randverzierungen in der Weise des Memling, etwa 1480-1490 
ausgeführt; dann ein Gebetbuch von ungewöhnlich grossem Format 
(Nr. 1862) mit zahlreichen Bildern, von mässigem Knnstwert, 
aber mit sehr schönen Randverzierungen von Insekten und Blumen. 
Eine französische Handschrift der Apokalypse in Dresden zeigt 
die Devise Antons von Burgund, Bastards Philipps des Guten. 
Ein Beispiel holländischer Miniaturmalerei aus dieser Zeit bietet 
eine holländische Bibel in zwei Bänden in der Wiener Hof- 
bibliothek. 
Dirk Bouts oder Dirk van Hcuwlem, geboren in Haarlem 
nach 1400, gestorben in Löwen 1475, verbindet gewissermassen 
die Holländische mit der Flandrischen Schule; er übertrifft in 
Beziehung auf Charakteristik alle bisherigen ilandrischen Maler. 
-Von seinem Meisterwerke, einem Triptychon für die Kapelle der 
Peterskirche in Löwen, in der Mitteltafel das Abendmahl dar- 
stellend, befinden sich zwei Flügel in der Pinakothek zu München 
und zwei im Berliner Museum. Auch die Flügelbilder sind der 
Verherrlichung des Sakrainents geweiht und stellen wunderbare 
Speisungen als Vorbilder des Abendmahls dar. Die beiden Tafeln 
in München (Nr. 110 und 111) zeigen Melchisedek, welcher Abraham 
mit Wein und Brot begrüsst, und die Mannalese in der "Wüste; 
die Kompositionen sind zerstreut und die Gestalten stehen 
steif und eckig, dagegen ist die Landschaft liebevoll behandelt, 
mit eingehender Durchführung des Pilanzenwerkes im Vorder- 
grunde und der Bauwerke im Hintergründe. Die Tafeln in Berlin
        

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