Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1327289
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Italien. 
betende Madonna (Nr. 1223). Giuseppe Cesari, genannt il Cavaliere 
d'Arpin0 (geboren 1560 oder 1568, gestorben 1640), ist der kühnste 
und fruchtbarste unter den Manieristen seiner Zeit und erklärter 
Gegner der naturalistischen Richtung des Michelangelo da Cara- 
vaggio; seine Bilder zeigen eine seelenlose allgemeine Schönheit 
und erheben sich nur selten zu einer edleren Wärme. Die kaiser- 
liche Galerie in Wien hat von ihm: Andromeda an einen Felsen 
geschmiedet, von dem in den Lüften herankommenden Perseus be- 
freit; und den Kampf der Giganten. die als nackte Männer- 
gestalten dargestellt sind, welche Felsen aufeinander türmen, 
oben in den Wolken die Götter des Olymp (Nr. 20 und 21); in 
der Galerie zu Dresden eine Römerschlacht, Kampfgewühl zu 
Fuss und zu Ross (Nr. 112); in der Pinakothek zu München 
eine geistig ausdruckslose Madonna (Nr. 1215); im Museum zu 
Kassel die Gefangennahme Christi, rechts Petrus, im Begriff, dem 
niedergeworfeneu Malchus ein Ohr abzubauen, links enteilt Judas, 
am Himmel steht der Mond; und Tritonen und Nymphen im 
Vordergrund des Meeres (Nr. 559 und 560); im Museum zu Darm- 
stadt ein Satyr, der zwei badende Nymphen überrascht, oben 
zwei schwebende Amoretteu, und ebendort, angeblich von dlArpino, 
das Urteil des Paris, nach einer Komposition von Radael (Nr. 543 
und 544). Die Kunsthalle in Karlsruhe besitzt ein Bild in der 
Art des d'Arpino, welches vermutlich den Raub einer Sabinerin 
darstellt, im Vordergrund sprengt ein Krieger mit einem Weibe 
davon, daneben ein vom Pferde Sinkender, dahinter erbitterter 
Reiterkampf (Nr. 446); in der grossherzoglichen Galerie zu Olden- 
burg eine d'Arpino selbst zugeschriebene Verkündigung Maria 
(Nr. 88); in der Galerie zu Augsburg eine nicht ganz sichere 
Befreiung der Andromeda durch Perseus (Nr. 263); in der Harrach- 
scheu Galerie zu Wien eine Allegorie der von der Thorheit be- 
siegten Gerechtigkeit, die Eitelkeit, hinter dem Merkur, zeigt ihr 
den Spiegel der Schmeichelei, ein Knabe hinter einer roten Maske 
deutet die Verstellung an (Nr. 177). Von Francesco AlZegr-inzl 
(1587-1663), einem Schüler des Arpino, hat das Museum in Köln 
die Vermählung der heiligen Maria mit dem heiligen Joseph vor 
dem Hohenpriestervim Tempel, über ihnen die Taube des heiligen 
Geistes, die Gruppe von Männern und Frauen umgeben (Nr. 833b). 
Unter dem Einflusse der Niederländer kamen in dieser Zeit in 
Rom die Landschaftsmalerei sowie die Genre- und Schlachten- 
malerei zur Geltung. Letztere wird besonders von Michelangelo 
Cerquozzzi, genannt llfichelang. delle Battaglie (1602-1660), einem 
Schüler des d'Arpino, später unter dem Einiilusse des Niederlanders 
Pieter van Laar, genannt Bamboccio, ausgebildet. Von Cerquozzi 
besitzt die Galerie iu Dresden eine Kriegsszene, ein Toter von
        

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