Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1325441
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1326942
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Italien. 
Tochter der Herodias, welche vom Henker das Haupt Johannes 
des Taufers in Gegenwart mehrerer Zuschauer empfängt (Nr. 265). 
Eine Wiederholung des Bildes mit einer grösseren Anzahl von 
Figuren befindet sich in der Galerie zu Schleissheim (Nr. 1141). 
Aus der Lombardisohen Schule der zweiten Hälfte des 16. Jahr- 
hunderts besitzt die Wiener kaiserliche Galerie Moses, Wasser 
aus dem Felsen schlagend, neben ihm Aaron, hinter letzterem noch 
andere Figuren (Nr. 266). Lorenzo Leoznbruno, geboren zu Man- 
tua 1489, gestorben 1537 daselbst, unter dem Einflüsse des Lorenzo 
Oosta, dann des Giulio Romano ausgebildet, ist einige Zeit in 
Mailand thatig. In der Berliner Galerie von ihm das Urteil und 
die Bestrafung des Midas, Apollo steht unter einer Baumgruppe, 
die Geige spielend, ihm gegenüber sitzt Pan, hinter ihm steht 
Midas, dem die Eselsohren schon gewachsen sind (Nr. 264A). Eben- 
dort aus der Mailändischen Schule um 1510 das Bildnis der Mar- 
gharita Colleone, lange nach ihrem Tode gemalt (Nr. 208). Von 
einem guten Meister der Lombardischen Schule um 1530-1540 
besitzt die grossherzogliche Galerie in Oldenburg Johannes den 
Täufer in der Wildnis (Nr. 39), das Bild wurde früher dem 
Raffael zugeschrieben. Zu den älteren Mailänder Meistern, auf die 
Lionardo einwirkte, gehört Andrea del Gobbo Solario, von dem 
datierte Bilder zwischen 1495 und 1519 erhalten sind. Seine 
frühesten Bilder weisen auf den Einfluss des Giovanni Bellini und 
des Antonello hin. Seine Auffassung ist weich und zart, in seinen 
Bildnissen zeigt sich so eine feine Individualität, wie bei Holbein 
und Antonello. Von ihm in der kaiserlichen Galerie in Wien 
Christus das Kreuz tragend, auf dunklem Hintergrunde (Nr. 438); 
im Museum zu Berlin das Bildnis eines Mannes. auf grünem 
Grunde (Nr. 225), früher vermutungsweise dem Boltrafüo zu- 
geschrieben; in der Kunsthalle zu Karlsruhe, vielleicht von 
Solario, die Madonna mit dem Kinde, vor einer teppichbehangenen 
Brüstung sitzend, im Mittelgrunde eine Felspartie mit Hirschen u. a. 
(Nr. 427); im Museum zu Leipzig, angeblich von Solario, Maria 
mit dem Ohristuskinde in einer Landschaft, Kopie nach dem Origi- 
nal im Louvre (Nr. 232); in der grossherzoglichen Galerie in 
Oldenburg von ihm die Tochter der Herodias, den Kopf Johannes 
des Täufers vom Henker in einer Schüssel empfangend (Nr. 47). 
Auch Giovanm Antonio Boltrafyiio, geboren zu Mailand 1467, ge- 
storben daselbst 1516, verdankte seine erste Ausbildung der älteren 
Mailänder Schule und wurde erst spät Lionardos Schüler; seine 
Gestalten sind oft von hoher Schönheit, die Färbung ist tief und 
kräftig bei mässigem Helldunkel. Das Museum in Berlin hat 
von ihm eine heilige Barbara, in bergiger Landschaft (Nr. 207); 
und vermutlich von ihm eine Maria mit dem Kinde, in einer Land-
        

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