Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321443
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Spätgotische 
Zeit. 
kirche in Marburg bildet die Umgebung eines Kruziiixes von 
Holz. Maria und Johannes erscheinen auf goldenem, gestirntem 
Grund, sodann die Schächer, bei dem gläubigen ein Engel, bei 
dem versteckten ein Teufel. Die Ausführung ist handwerksmässig. 
Die Kirche zu Rauschenberg enthält Flügelbilder von einem 
Altar stammend: sechs Szenen aus der Jugend-, sechs andere aus 
der Leidensgeschichte Christi mit goldener Luft im Charakter der 
Kölnischen Schule um 1400. Auf der Staffel sieht man die zwölf 
Apostel zu den Seiten des Heilauds, in Brustbildern auf rotem 
geblümten Grunde. Ein Altariiügel in der Liebfrauenkirche zu 
Hofgeismar, jetzt über dem Pfarrstand aufgestellt, zeigt Szenen 
aus der Passion auf Goldgrund. Die Schlosskapclle in Marburg 
zeigt Wandmalereien in einer hohen Blende auf der Westseite, 
die kolossale Gestalt eines heiligen Christophorus aus der Bauzeit 
der Kapelle, Ende des 13. Jahrhunderts. 
Provinz Sachsen. Ein Doppelbildnis im Amalienstift zu Dessau 
von 1475 rührt vielleicht von Michael Wohlgemuth (vergl. Mittel- 
franken) her. Die junge Frau ist sehr individuell, der junge Gatte 
in Modetracht und in packender Lebenswahrheit wiedergegeben. 
 Die Hauptkirche in Herzberg (Kreis Schweinitz) zeigt eine be- 
achtenswerte Bemalung der Gewölbfelder; die östliche und die 
westliche Hälfte stammen aus verschiedenen Zeiten. Die östlichen 
Felder enthalten die Gestalten der Apostel, Christus in der Man- 
dorla, Auferstandene, Selige und Verdammte, Propheten und Engel. 
Die Figuren sind oft stark verzeichnet, aber vortreiflich im Aus- 
druck. Die Felder der westlichen Hälfte zeigen den thronenden 
Christus, Maria, Szenen aus dem Leben Christi, Engel und Heilige. 
Die Malerei ist weniger gut als die der östlichen Hälfte. In der 
Sammlung des Bibliothekgebäudes zu Wernigerode befindet sich 
ein aus der Oberpfarrkirche stammendes Temperagemälde, auf 
den Tod des letzten Grafen von Wernigerode (T 1429) sich be- 
ziehend. Es stellt ein vor einem Kruzifix knieendes Ehepaar vor, 
Graf Heinrich und seine Gemahlin mit den Wappen. Ein Altar- 
schrein aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in der Ober- 
pfarrkirche zu Wernigerode enthält auf den Aussenseiten der 
Flügel: oben die heilige Katharina und Barbara, unten die heilige 
Magdalena und die heilige Jungfrau mit dem Christuskinde, dann 
zwei Stifterinllen- Die sechs inneren Bilder zeigen oben Gott- 
vater und Maria, unten die Verlobung Marias und die Verlobten 
im Begriff, eine Treppe heraufzugehen, dann die Flucht nach 
Ägypten und die Beschneidung Christi. 
Königreich Sachsen. Vom Kölner Meister des Todes Mariä 
oder doch aus dessen Schule beiinden sich mehrere Gemälde in 
der Königlichen Gemäldegalerie zu Dresden (vergl. Niederrhein,
        

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