Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321305
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Spätgotische Zeit. 
Gemälde werden unter dem Namen des Meisters des Marienlebens 
zusammengefasst. Der Meister ist seit etwa 1460-80 in Köln 
tonangebend und schliesst sich noch an die Gefühlsweise Meister 
Stephans an, behält auch auf den Innenseiten der Altarwerke meist 
den Goldgrund bei. Dramatisches Leben ist in seinen Bildern 
nicht zu finden, vielmehr vollzieht sich die Handlung in gemessener 
hoher Würde und feierlichem Ernst. Den ersten Anstoss gab auch 
für diesen Meister Rogier van der Weyden, später übte Dierick 
Bouts nachhaltigen Eindruck. Die Figuren des Meisters sind 
schmalschulterig und hager, die Gewänder zeigen bereits brüchiges 
Gefaltel, überaus anmutig sind die feinen weiblichen Köpfe. Von 
ihm rührt ein Altarwerk in der Hospitalkirche zu Cues an der 
Mosel her, welches im Mittelbild die Kreuzigung in reicher Land- 
schaft zeigt. Unter dem Kreuze der Stifter und ein Kaplan, auf 
den Flügeln innen links die Dornenkrönung, rechts die Grab- 
legung, auf den Aussenseiten je drei Heilige. 1m Inneren belindet 
sich Goldgrund, aussen natürlicher Luftton. In St. Maria im Ka- 
pitol zu Köln, Salvatorkapelle, befinden sich von ihm an der 
linken Seitenwand: sieben Heilige in Tabernakeln, zur Seite der 
Stifter mit seinem Sohn, darunter Brustbilder von Engeln und 
Heiligen grau in grau; an der Eingangswand: Organist und Sänger- 
chor. Die übrigen Wandbilder sind später und von anderer Hand, 
dagegen dürfte das Glasgemälde "Kreuzigung Christi" auf seine 
Zeichnung zurückgehen. Im städtischen Museum zu Köln von ihm: 
Nr. 72, der Kruzifixus und Heilige; dunkelblau gekleidete Engel 
umschweben das Kreuz, am Fusse desselben Maria Magdalena, 
Maria und Johannes; Nr. 73-77, ein Triptychon, Altar de Monte; 
im Mittelbild die Klage um den Leichnam Christi, auf den Aussen- 
seiten die Verkündigung, auf den Innenseiten der Flügel der Stifter 
mit Heiligen; Nr. 78, Christus als Salvator mundi auf schwarzem 
Grund; Nr. 79, der heilige Abt Ägidius mit der Hirschkuh; Nr. 80 
und 81 zwei der anbetenden Weisen auf Goldgrund. Ein Bild 
ohne Nummer, die Madonna mit dem Kinde und dem heiligen 
Bernhard, giebt Halbfiguren auf Goldgrund. Gemälde aus der 
Werkstatt des Meisters des Marienlebens befinden sich in Aachen, 
Dom, rechter Seitenaltar: Christus am Kreuz in reicher Landschaft 
mit natürlichem Himmel; in der Schatzkammer daselbst: die Innen- 
seiten der Thüren des Reliquienschranks mit Szenen aus dem 
Marienleben; in der Pfarrkirehe zu Elsig bei Euskirchen ein 
Altarwerk; im Mittelbilde die Kreuzigung, auf den Flügeln innen 
die Passionsszenen, aussen grau in grau die heilige Dreieinig- 
keit und die Krönung Maria. Die Flügel eines Altarwerks in 
St. Kunibert in Köln im linken Transept, aus der Schule desselben 
Meisters, sind nur handwerksmassige Arbeit. An einem Pfeiler
        

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