Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321287
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Sp ätgotische Zeit. 
heiligen Geistes herab. Das Bild ist auf Goldgrund ausgeführt. 
Ferner von Meister Stephan rühren zwei Bilder im Wallraf-Richartz- 
Museum zu Köln her: Nr. 46 den heiligen Ambrosius mit dem 
unten knieenden Donator, die heilige Cäcilia und den heiligen 
Augustinus darstellend; dann auf der zweiten Tafel, Nr. 47, der 
heilige Markus, die heilige Barbara und der heilige Lukas, der als 
Maler dargestellt ist. Die Flügelbilder sind Teile eines Werkes 
in der Galerie zu Darmstadt, welches die Darbringung Jesu im 
Tempel vorstellt. Wegen des grossen Bildes „Jüngstes Gericht" 
(Museum in Köln, Nr. 48) sind die Meinungen geteilt. Das Bild 
stammt aus der ehemaligen Lorenzkirche in Köln; die dazu ge- 
hörigen Flügel sind in den Galerien von München und Frank- 
furt a. M. Im Mittelbilde erscheint auf dem Regenbogen sitzend 
der Heiland als Weltenrichter, tiefer unten knieen Maria und 
Johannes Baptist als Fürbitter. Über denselben schweben Engel 
mit Leidenswerkzeugen und unter der Gestalt des Heilandes zwei 
posaunenblasende Engel. Rechts werden die Lasterhaften von 
Teufeln in den Höllenrachen gestossen, links gehen die Seligen 
von Engeln geleitet in die Pforten des Paradieses ein. Dem Bilde 
fehlt die Holdseligkeit der sonstigen Schöpfungen Meister Stephans, 
vielmehr ist ein Versenken in sinnliche Leidenschaften und blutige 
Henkerszenen zu bemerken. Ganz in der Art Meister Stephans, 
auch wohl seinen Zeitgenossen und Nachfolgern angehörig, sind 
noch mehrere Bilder des kölnischen Museums: Nr. 49 die Kreuzi- 
gung in mehreren Szenen und vielen Figuren auf Goldgrund; Nr. 50 
die Geisselung; Nr. 51 die Kreuztragung und Nr. 52 die Ver- 
kündigung.  Ein dreiflügeliges Altarbild aus der Kirche zu 
Miinstereifel stammend, jetzt in der katholischen Kirche zu Kirche- 
ahr, in der Nähe von Ahrweiler, zeigt geöffnet in der Mitte die 
Kreuzigung, rechts die Kreuzabnahme, Dornenkrönung und andere 
Passionsszenen. Auf den Innenseiten der Flügel erscheinen eben- 
falls neutestamentliche Szenen und auf den Aussenseiten der Flügel 
einzelne Heilige. Die bewegten Kompositionen mit kleinen Figuren 
erinnern noch an die ältere Schule des Meisters Wilhelm.  Seit 
der Mlitte des 15. Jahrhunderts folgten die rheinischen Meister 
dem Vorbilde der vlämischen und suchten zu allseitiger Schilde- 
rung der ganzen sichtbaren Natur zu gelangen. Die Szenen der 
heiligen Geschichte werden nun in eingehend durchgeführte Land- 
schaften versetzt, und zwar nach dem Vorbilde Rogier van der 
Weydens und des Dierick Baute. Der Umschwung bei den rheini- 
schen Malern erfolgte ziemlich unvermittelt bald nach dem Tode 
Meister Stephans. Der Oyklus der Ursulalegende von 1456 in der 
Ursulakirche in Köln in 30 Szenen auf 16 Tafeln mit runden Ge- 
sichtern und Landschaften im Hintergrunde und der Kruziiixus des
        

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