Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321207
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Früh- 
und Hochgotik. 
des Trierer Erzbischofs Kuno von Falkenstein (1360-1388), im 
Trierer Domschatz, tritt die malerische Behandlung in den Vorder- 
grund. Die Königliche Landesbibliothek in Düsseldorf enthält 
mehrere Bilderhandschriften: Cod.A.5 Altes Testament, aus dem 
Anfang des 14. Jahrhunderts mit einem grossen Zierblatt in Deck- 
farben und einem Initial mit den sieben Schöpfungstagen; Cod. B. 3 
Reden des heiligen Bernhard aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts, 
mit gebilderten Initialen auf Groldgrund und grossem allegorischen 
Gemälde, oben die Auferstehung, unten die Kreuzigung mit Maria, 
Johannes, Ecclesia und Synagoge; Cod. C. 26 Cäsar vonHeisterbach, 
Homilien und Dialoge, aus dem 14. Jahrhundert, auf zwei Blättern 
in reicher Rankenverzierung, Cäsarius schwebend und knieend; 
Ood. D. 8 Graduale des 14. Jahrhunderts mit grossen gebilderten 
Initialen; Cod. D. 12 Antiphonar vom Ende des 14. Jahrhunderts, 
kölnischen Ursprungs mit grossen gebilderten Initialen; Cod.B.51 
Traktate des Oassianus, der erste Teil vom Anfang des 14., der 
zweite Teil aus dem 12. Jahrhundert, mit schönen Initialen.  
Ein Codex in Folio in der Stadtbibliothek zu Frankfurt a. 111., 
Decoetum Gratiani, enthält 38 historische Darstellungen und zahl- 
reiche Bilderinitiale aus dem 14. Jahrhundert. Eine Bilderhand- 
schrift des Tilmannus de Are, 1324 in Köln geschrieben, befand 
sich noch 1790 in der Bibliothek des St. Bartholomäusstifts zu 
Frankfurt a. M. Dieselbe enthält die Historia Lombartica di 
Jacobi di J anna und ist mit Initialen verziert, welche Szenen aus 
der Leidensgeschichte Christi erhalten. Es fehlen nicht die Droleries; 
so bezeigt ein Hase der heiligen Jungfrau seine Devotion, Zwerge 
duellieren sich nach der Musik einer Bassgeige u. a. Die Hand- 
schriften des Sachsenspiegels in Oldenburg von 1336, in Dresden 
vom Anfang des 14. Jahrhunderts, in Wolfenbüttel von der 
Mitte des 14. Jahrhunderts sind mit Illustrationen von geringem 
künstlerischen Wert versehen. Bedeutender sind die Abschriften 
der Weltchronik des Rudolf von Ems. Die in der Wolfen- 
büttler Bibliothek befindliche Abschrift zeigt feine schlanke Ge- 
stalten in stark geschwungener Haltung. Französischen Einfluss 
und fortgeschrittene malerische Behandlung zeigt die Abschrift 
des Wilhelm von Oranse, welche" Landgraf Heinrich von Hessen 
1334 anfertigen liess (Königliche Bibliothek in Kassel, Msspoet. 
et rom. F01. 1). Es sind 85 vollendete und 25 unvollendete Bilder 
vorhanden, die Zeichnungen von einer Hand; die malerische Aus- 
stattung wechselt und bleibt später überhaupt weg. Es lässt sich 
erkennen, dass recht handwerklich ein bestimmter Farbenton in 
möglichst viele Zeichnungen eingetragen wurde. 
Eine Durchschnittsleistung in der malerischen Behandlung 
giebt die wohl in der Rheingegend entstandene, vom Ende des
        

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