Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321182
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Früh- 
Hochgotik. 
und 
sich Gemälde der böhmischen Schule: Johannes Baptist auf Gold- 
grund; Maria. mit dem Kinde, kolossales Brustbild auf gemustertem 
Goldgrund, etwa vom Ende des 14. Jahrhunderts. Das Altar- 
gemälde der Pfarrkirche St. Stephan in der Neustadt zu Prag 
zeigt Maria mit dem Kinds, von grosser Milde des Ausdrucks, 
aus dem Ende des 14. Jahrhunderts stammend. In der Kaiserl. 
Gemäldesammlnng in Wien beünden sich die oben erwähnten 
Gemälde aus der Burg Karlstein bei Prag: Nr. 1726 der heilige 
Augustinus im Dreiviertelprofil, im vollen Ornate vor einem Pulte 
stehend, auf gemustertem Goldgrund; Nr. 1727 der heilige Am- 
brosius, ebenfalls vor einem Pulte stehend und auf gemustertem 
Goldgrund, beide Gemälde Theoderich von Prag zugeschrieben; 
Nr. 1732 Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, auf grauem 
Hintergrunds, dem Nikolaus Wurmser zugeschrieben. 
Tirol. Das Schloss Runkelstein bei Bozen zeigt Wand- 
malereien, welche im letzten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts für 
Niklas Vintler ausgeführt sind. Eine offene Halle im Hof zeigt 
im ersten Stock eine Reihe von Gruppen, jede aus drei Figuren 
bestehend: Hektor, Alexander und Cäsar; Josua, David und Judas 
den Makkabäer; Artus, Karl den Grossen und Gottfried von Bouillon; 
Parzival, Gawein und Iwein; die drei berühmtesten Liebespaare: 
Wilhelm von Österreich und Aglei, Tristan und Isolde, Wilhelm von 
Orleans und Amelei; die drei berühmtesten Degen: Dietrich von 
Bern, Siegfried und Dietlieb von Steier; die drei stärksten Riesen, 
Asperan, Otnit und Struthan; endlich die drei gewaltigsten Weiber, 
Hilde, Vodelgart und Frau Rachin. Dieser Oyklus ist später über- 
malt. Aus dieser Halle tritt man in ein Gemach, welches mit 
Darstellungen aus der Dichtung „Garel im blühenden Thal" aus- 
gestattet ist. Das Tristanzimmer zeigt einen Oyklus von Bildern 
in einfarbiger Malerei, in terra verde mit aufgesetzten weissen 
Lichtern. Vielleicht gehören diese vollendet modellierten Gestalten 
einer von 1506-1508 erfolgten Wiederherstellung durch den 
Brixener Maler Friedrich Lebenbacher an. Mittelalterlicher er- 
scheinen wieder die Darstellungen des sogenannten Neidhart- 
saals; Ballspiel, Tanz, Jagd und Turnier. Von einem teppich- 
artigen Hintergrunde heben sich die schwarz umrissenen, gleich- 
massig mit Farbe ausgefüllten Figuren ab. Den kostbarsten Teil 
der alten Malereien besitzt das Badezimmer. Die Wände sind mit 
einem Teppichmuster bemalt, oben läuft ein Fries in zwei Abtei- 
lungen; die untere giebt eine rundbogige Halle, aus welcher Zu- 
schauer treten, an der Westwand sieht man entkleidete Figuren 
bereit, in ein Bad zu steigen, an der Südwand sind verschiedene 
Tiere dargestellt. Die zweite Abteilung des Frieses zeigt in 
Vierpässen Figuren männlichen und weiblichen Geschlechts. Die
        

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