Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321109
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Früh- 
und Hochgotik. 
Kreuzigung mit dem Stifter, dessen Flügel den Verrat des Judas, 
Christus vor Pilatus, die Kreuzabnahme und Grablegung auf Gold- 
grund darstellen. Ausserdem erscheinen die Fusswaschung, Christus 
vor Herodes, Christus falsch angeklagt und die Vorbereitung zur 
Kreuzigung. Die Zeichnung der vielleicht noch vor 1400 ent- 
standenen Gemälde ist mangelhaft, dagegen ist der Ausdruck oft 
gelungen. Auf Soest weisen die Reste eines grossen Altarwerkes 
hin, welches aus der J akobikirche in Lübeck stammt und sich jetzt 
im Antiquarium in Schwerin befindet. In der zweiten Sakristei 
des Doms zu Schwerin sind Wandbilder aus der zweiten Hälfte 
des 14. Jahrhunderts von grosser Schönheit aufgefunden. Das 
Hauptgemälde im Bogenfelde über der Eingangsthür zeigt die 
Verehrung der heiligen Jungfrau durch die Donatoren. An der 
westlichen Seite des östlichen Fensters steht die heilige Katharina, 
daneben der Evangelist Johannes, gegenüber der Apostel Paulus. 
Westpreussen. Das älteste Malwerk in der Marienkirche zu 
Danzig, ein Diptychon mit vier Darstellungen aus dem Leben der 
Maria, ist eine Arbeit der Soester Schule vom Ende des 14. Jahr- 
hunderts. Ein Wandbild in der Mitte des Kreuzgangflügels des 
Klosters Pelplin, die Kreuzigung darstellend, ist etwa. um die 
Mitte des 14. Jahrhunderts entstanden. Die Fusswaschung unten 
zeigt, in einem Raume mit Balkendecke, die zwölf Jünger in 
verschiedenen Gruppen, in der Mitte Christus und Petrus. 
Das obere Bild giebt die Kreuzigung, links und rechts die 
Gestalten der Maria und des Johannes, der Propheten J esaias und 
Jeremias und zwei anderer Heiligen. Der Hintergrund, jetzt 
schwarz mit goldenen Sternen, war früher hell gefärbt. Der Dom 
in Marienwerder enthält ein Mosaikgemälde über dem Süd- 
portal, halb durch das Dach der Vorhalle verdeckt. Dasselbe 
stellt das Martyrium des Apostels Johannes auf Goldgrund vor, 
stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts und ist wahr- 
scheinlich von den Künstlern der Mosaiken an der Schlosskirche 
in Marienburg ausgeführt, In der Nikolaikirche in Graudenz 
befinden sich zwei Bilder, welche von einem Altar der ehemaligen 
Schlosskapelle herrühren. Zu denselben gehören sieben andere, 
auf beiden Seiten bemalte Holztafeln im Provinzialmuseum zu 
Danzig, welche die Flügel bildeten. Die steifen und unbeholfenen 
Figuren sind auf Goldgrund mit Ölfarben gemalt. Das erste 
Graudenzer Bild zeigt den Tod der heiligen Jungfrau, umgeben von 
den zwölf Aposteln und Christus mit der Seele der Abgeschiedenen. 
Das zweite Bild stellt die Krönung der Maria durch Christus dar; beide 
sitzen auf einer Bank, hinter welcher drei Engel ein reiches Velum 
halten, zur Seite stehen die heilige Barbara und die heilige Katharina. 
Vermutlich stammen die Bilder noch aus dem 14. Jahrhundert.
        

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