Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1321045
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Früh- 
und Hochgotik. 
weiehster Verschmelzung der Töne gemalt. Die Köpfe in schlankem 
Oval mit hoher Stirn, kleinem Munde und runden geöffneten Augen, 
von äusserstem Liebreiz und dem Ausdruck von Reinheit und 
Unschuld.  Der im Dom zu Köln aufgestellte Altaraufsatz aus 
dem St. Clarenkloster ist vielleicht erst in den achtziger Jahren 
entstanden, also nach der Zeit WVilhelms. Bei vollständig ge- 
schlossenen Aussenflügeln sieht man auf Leinwand gemalte Tempera- 
bilder, auf rotem Grunde, den Kruziiixus, Christus im Grabe stehend 
und einzelne statuarische Heilige. Im Inneren bildet der Schrank 
mit der Monstranz die Mitte, daneben stehen in vergoldeter Holz- 
architektur auf jeder Seite sechs Bilder in zwei Reihen, die zwölf 
unteren die Jugendgeschichte Christi von der Verkündigung bis 
zu seinem Auftreten als Knabe im Tempel, die der oberen Leiden 
und Tod, vom Gebet auf dem Ölberge an, bis zur Himmelfahrt 
enthaltend. Alle diese Bilder sind auf Goldgrund mit dünnen 
Farben und leichter Modellierung gemalt, die Figuren schlank und 
nicht übertrieben gebogen, die Gesichter sind rundlich und zeigen 
entsehiedenes Schönheitsgefühl und den Ausdruck von Demut, 
Innigkeit und unschuldiger Freude. Die unteren Bilder übertreffen 
die oberen. Die Aussenbilder sind von anderer Hand und daher 
jünger. Verwandtes bieten eine Anzahl Gemälde imWallraf-Richartz- 
Museum zu Köln: Nr. 7 Kruzifixus, Maria, Johannes, Clara, 
Franziskus und Ludwig und unter dem Kreuz die Stifterin; Nr. 8 
die Heiligen Agatha, Agnes, Cäcilia, Barbara, Antonius, Dionysius, 
Ägidius und Pantaleon auf Leinwand; Nr. 20 der Heiland am 
Kreuz nebst Maria und acht Aposteln auf Goldgrund. In der 
Merloschen Sammlung: Maria mit dem Jesuskinde, als Himmels- 
königin, der Hintergrund rot mit Gold geblümt, der Kopf der 
heiligen Jungfrau ist besonders lieblich und von zarter Ausführung. 
In der Sammlung Konrad Kramer in Kempen befinden sich zwei 
Bilder der älteren Kölnischen Schule von etwa. 1420 auf Holz: 
St. Katharina und St. Barbara auf rotem Grunde, schmalschulterige, 
ätherische Figuren mit dünnen zugespitzten Händchen. Ein Bild 
im Chor von St. Kastor zu Koblenz giebt eine Kreuzigungsgruppe 
mit dem knieenden Erzbischof Kuno auf Goldgrund, dasselbe gehört 
wohl in die Schule Meister Wilhelms, ist aber gänzlich übermalt. 
Zahlreiche Bilder der altkölnischen Schule idyllischen Charakters 
sind der heiligen Jungfrau gewidmet, tragen aber einen freien naiven 
Ausdruck. Es wird weniger die Herrlichkeit als die Demut, Un- 
schuld und Reinheit der heiligen Jungfrau dargestellt. Sie sitzt 
im Freien auf blumigem Rasen, von heiligen Begleitern umgeben, 
wie von einem edlen Hofstaat. Alle diese Bilder sind klein Imd 
zur Privatandacht bestimmt. Einige Bilder dieser Art befinden 
sich in Kölner Privatsammlungen. Ein Triptychon bei Joh. Ant.
        

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