Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320945
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Epoche. 
Spätromanische 
entspricht im Widmungsbilde noch der Ottonenzeit. Dem Anfang 
des 13. Jahrhunderts gehört das reich ausgestattete Evangeliar im 
Rathause zu Goslar an. Altes und Neues treten hier nebenein- 
ander auf. Ein Missale im Domschatz zu Hildesheim, angefertigt 
von dem Benediktiner Ratmemn und 1159 dem Kloster St. Michael 
überreicht, enthält 24 kostbare Initialen und fünf Vollbilder, ist 
aber um 1400 gänzlich überarbeitet. Der Dom zu Merseburg 
bewahrt noch eine Vulgata in drei Banden mit prachtvollen Ini- 
tialen und Bildern geschmückt, die Handschrift weist auf das Ende 
des 12. Jahrhunderts hin. Ein Reliquienkästchen in der sogenannten 
Gewandkapelle des Doms ist aussen mit bemalten Elfenbeinplatten 
überzogen. Es sind phantastische Tiergestalten zwischen Ranken 
dargestellt. Die Behandlung der Blattformen erinnert an die Ini- 
tialen der vorerwähnten Bibelhandschrift. Ein Evangeliai- aus dem 
Kloster Hardehausen bei Warburg, in der Königl. Bibliothek zu 
Kassel (Ms. theol. F01. 59) enthält Bilder, welche die Hauptereig- 
nisse jedes Evangeliums herausheben; sie sind in kräftiger Deck- 
farbe ausgeführt. Dem beginnenden 13. Jahrhundert mag ein 
Fraternitatsbuch des Klosters Corvey angehören, gegenwärtig in 
der Paulinischen Bibliothek zu Münster. Jede Seite des Buchs 
wird von zwei Saulen eingefasst, die durch einen Rundbogen ver- 
bunden sind. In der Mitte erhebt sich eine dritte Säule, von der 
je" zwei kleinere Rundbogen ausgehen, im Zwickel das Medaillen 
mit dem Brustbild eines Heiligen. Besser als diese sind die reichen 
Ornamente, welche Schaft und Kapitell der Säule umziehen. Ein 
Evangeliarium in Freekenhorst, etwa aus derselben Zeit, zeichnet 
sich durch reich gemalte und vergoldete Initialen und Randver- 
zierungen aus; die Bilder der Evangelisten sind von strenger 
Grossartigkeit.  Die Königl. Landesbibliothek zu Düsseldorf 
bewahrt eine Anzahl Bilderhandschriften: Cod. B 67, Sammelband 
vom Anfang des 13. Jahrhunderts, aus Altenberg, mit den Bildern 
des Eusebius, Josaphat und Barlam in vorzüglicher Federzeichnung. 
Ein grosses Bild gehört zur Geschichte der sieben schlummernden 
Heiligen. Ein Breviar (Ood. O. 58) aus dem 13. Jahrhundert mit 
Kalender und Bild der Verkündigung. Ein Band Homilien und 
Dialoge (Cod. G. 26) des Cäsar von Heisterbach, aus dem 13. Jahr- 
hundert, mit einzelnen Bilderinitialen.  In der Universitäts- 
bibliothek zu Heidelberg befindet sich eine Handschrift der von 
dem Pfaffen Konrad übersetzten Rolandslieder mit einfachen Feder- 
zeichnungen ohne farbigen Untergrund. Die Illustrationen der 
Dichtungen gingen bald zu leichter Tönung der Federzeichnungen 
über. Den Anfang macht die Lehrdichtung des Thomasin von 
Zirclaria: "Der welsche (irastK von 1215-16 verfasst und in der 
Universitätsbibliothek zu Heidelberg aufbewahrt (Cod. Pal. germ. 389).
        

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