Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320895
Wandmalereien : 
Mähren, 
Böhmen, 
Baden 
CIC, 
27 
Gotik zeigende Ornamente. Die Umrisse sind sicher gezeichnet 
und in breiten Flächen mit Farben ausgefüllt. 
Kärnten. Ein hervorragendes Werk der Wandmalerei besitzt der 
Dom von Gurk im ehemaligen Nonnenchor. Dieser befindet sich über 
der Eingangshalle und besteht aus zwei mit Kreuzgewölben über- 
spannten Abteilungen. Die Hauptdarstellun g befindet sich an der Ost- 
wand In einem aus sieben Arkaden bestehenden architektonischen 
Gerüst sind die Gemälde angeordnet. In der mittleren Arkade thront 
Maria mit dem Kinde, über ihr sieben Tauben. Acht Frauen- 
gestalten, sechs in Nischen, zwei kleinere an den Thron gelehnt, 
sind Sinnbilder der wichtigsten Tugenden für die Klosterfrauen. 
Über den Nischen sind sechs Prophetengestalten dargestellt und 
ausserhalb des Bogens zwei nackte geflügelte Genien. Unterhalb 
des Thrones, zu beiden Seiten des Bogens, welcher sich nach dem 
Schiff der Kirche öffnet, erscheinen zwei Stifter, der Dompropst 
Otto und der Bischof Dietrich zu Salzburg (1251-79), zu dessen 
Zeit die Malereien entstanden sind. Das feine Oval der Köpfe, das 
gewellte Haar, der gute Fluss der Gewandung, die feine Zeich- 
nung und der leichte Farbenauftrag erinnern an hervorragende 
Werke der Buchmalerei dieser Periode. Die Nimben, Kronen und 
einzelne Gewnndsäume sind plastisch aufgehöht, ähnlich wie in der 
 Neuwerkskirche in Goslar. Dieselbe Abteilung, welche die Glorie 
Marias enthält, zeigt am Gewölbe drei Darstellungen aus der 
Genesis. An dem Gurtbogen, der zur westlichen Abteilung führt, 
ist Jakobs Himmelsleiter erhalten. Der westliche Teil enthält an 
den drei Schildbogen den Zug der drei Könige, den Einzug Christi 
und die Verklärung Christi. Ein Fries darunter enthält die 
Medaillonköpfe von Heiligen. Das Gewölbe giebt eine Darstellung 
des himmlischen Jerusalems, als dessen Mittelpunkt das Lamm 
Gottes erscheint, von den Evangelistensymbolen umgeben. Unter 
den dreibogigen Thoren stehen Apostel, zu den Seiten der Thüren 
Engel. Es treten in der Architektur vielfach gotische Zierformen 
auf, die Bilder heben sich von einfarbigem blauen Grunde ab. 
Die Petersschlosskapelle in Friesack enthält Wandgemälde, die 
denen in Gurk sehr verwandt sind; auch hier sind Ornamente, 
Nimben, Gewandsäume und Architekturen in Stuck aufgehöht. Es 
zeigen sich die Darstellung des heiligen Abendmahls, die heiligen 
drei Könige und der Rest einer Grablegung. Die Westwand ent- 
hält Maria mit dem Kinde thronend, die Stufen des Throns von 
Löwen bewacht; darüber in von Säulen getragenen Bogenfeldern 
einzelne Heilige und den segnenden Heiland zwischen zwei Aposteln; 
den unteren Teil der Wände bedecken romanische Ornamente. 
Der Karner zu Pissweg- zeigt Deckengemälde von gleichem 
Charakter, wie die der Gurker Empore. Die vier Bilder in den
        

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