Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1323784
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Klassik u. 
Romantik 
in 
der 
Hälfte 
19- Jahrh. 
des 
Eigentümlichkeit führte zu einer reicheren Ausbildung des Kolorits, 
und auf diesem Wege wurde Riedel zu einem Vorläufer des 
modernen Kolorismus. Riedels Hauptwerke besitzt die Neue Pina- 
kothek in Münch en: eine neapolitanische Fischerfamilie am Meeres- 
ufer dem Mandolinenspiel des Vaters lauschend, Judith mit dem 
Haupte des Holofernes, ein junges Mädchen im Schosse seiner Mutter 
ruhend, und mehrere Bildnisse von Italienerinnen, sämtlich roman- 
tisch in Farbe und Auffassung (Nr. 205-213). Eine seiner 
Spezialitäten war die Darstellung badender Mädchen im Waldes- 
dunkel. In der städtischen Sammlung in Mannheim von Riedel: 
zwei Frauen in römischer Volkstracht (Nr. 82); im Museum zu 
Stuttgart eine Medea (Nr. 765), in der Kunsthalle in Hamburg 
"Frauen aus Albano" (Nr. 511); im Museum zu Hannover eine 
Pisanerin und eine Florentinerin, beide auf dem Ruhebette liegend 
(Nr. 145 und 146); in der Berliner Nationalgalerie Albanerinnen 
im Abendlicht an einer Veranda und zwei badende Mädchen 
(Nr. 273 und 274). Paul Emil Jacobs (1803-1883) gehört eben- 
falls in den Langerschen Kreis. Er malte anfangs religiöse und 
geschichtliche Bilder, vorzugsweise aber Porträts, um später ähnlich 
wie Riedel seine Thätigkeit auf romantische Einzelüguren und 
Gruppen zu richten. Er bereiste Griechenland, besuchte mehrmals 
Rom und liess sich zuletzt in seiner Vaterstadt Gotha nieder. 
Noch mehr wie Riedel war es ihm um die Darstellung nackter 
Frauenkörper in reichem Kolorit zu thun. Die Herzogliche 
Galerie in Gotha besitzt von ihm: eine Venus unter einem dunkel- 
roten Vorhang auf weissem Kissen ruhend, die Studie eines Greisen- 
kopfes und das Brustbild einer Römer-in (Nr. 615-617). Ausser- 
dem hat Jacobs eine Scheherezade, Märchen erzählend, Judith und 
Holofernes, die Gefangennehmung des Simson, den Verkauf 
griechischer Sklaven, Susanne im Bade, griechische und türkische 
Frauengestalten gemalt. Peter Hess, geboren 1792 in Düsseldorf, 
gestorben in München 1874, kam 1806 nach München und schloss 
sich hier an Albrecht Adam und Wilhelm Kobell an. Hess war 
von Jugend auf dem rücksichtslosesten Naturalismus ergeben und 
trat in einen Gegensatz zu den Idealisten der Zeit des Empire 
und der Restauration. Er ist deshalb der wahre Sittenschilderer 
der Epoche. Im Generalstab Wredes machte er die Feldzüge von 
1813-1815 gegen Frankreich mit. Er malte das Treffen bei 
Arcis sur Aube für den Schlachtensaal der Münchener Residenz. 
Seine zahlreichen Genrebilder zeigen polnische Pferdehändler, 
Kosakenszenen, Kriegsszenen, aber auch Italienisches seit seiner 
1818 unternommenen italienischen Reise. Für den Schlachtensaal 
der Münchener Residenz führte Hess zwei Bilder aus den Tiroler- 
kriegen aus: das Gefecht bei Wörgel gegen den General Ohasteler
        

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