Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1323690
Cornelius, Jul. 
Schnorr. 
307 
München übernommen. Seit dieser Zeit entstanden die Kartons für 
die Fresken der Loggien der Pinakothek in München, welche Olemens 
Zimmermann ausführte. Den Inhalt der Darstellungen gab die 
Entwickelungsgeschichte der Malerei. Dann ging Cornelius an die 
Ausmalung der Ludwigskirche in München, in welcher er die 
Weltschöpfung, die Erlösung, die Evangelisten und das Jüngste 
Gericht schilderte. Der Meister steht hier unter der Gewalt von Dantes 
Phantasie, aber ohne seine Freiheit zu verlieren. In der Schilde- 
rung der Verdammten weist seine Charakteristik einen Realismus 
auf, den er nie wieder erreicht hat. Das Schwächste ist hier 
wieder die matte Färbung und der Mangel an einem kräftigen 
Gegensatz von Licht und Schatten. (Die Kartons zu den Fresken 
der Ludwigskirche, sowie die zu den Fresken der Glyptothek be- 
finden sich im I. und II. Corneliussaal der Nationalgalerie in 
Berlin). An die Ausmalung der Ludwigskirche knüpfte sich ein 
Konflikt des Meisters mit König Ludwig, der von Oornelius gesagt 
hatte: "Er kann nicht malen". Cornelius folgte 1841 dem Rufe 
König Friedrich Wilhelms IV. nach Berlin, um die Gemälde für 
einen neuen Dom und ein damit verbundenes Campo Santo zu 
schafen, aber die Bauten kamen nicht zur Ausführung. Cornelius 
zeichnete die Entwürfe für die Wandbilder des Oampo Santo und 
für das Dombild von 1843 bis 1845 zum grossen Teile in Rom und 
arbeitete an den Kartons bis zu seinem Tode, ohne alle zu voll- 
enden. Die Kartons befinden sich im I. Gorneliussaale der National- 
galerie in Berlin, die Entwürfe im Museum in Weimar. Der 
Bilder-Cyklus behandelt die bedeutendsten Stoffe aus der Ur- 
geschichte der Menschheit, das WValten der göttlichen Gnade in 
der Offenbarung und Erlösung, endlich die letzten Schicksale der 
Welt. Nur der vierte Teil des grossen Bildergedichts ist vom 
Meister in den kolossalen Massstab übertragen worden, welchen 
die Wandgemälde erhalten sollten, dasselbe bildet aber ein ab- 
geschlossenes Ganzes. Unter den markigen Zeichnungen frühster 
Entstehung ragen die "Apokalyptischen Reiter" am meisten hervor. 
Daneben finden sich Entwürfe von fast visionärer Erscheinung. 
Hervorragend sind die acht Seligkeiten der Berg-predigt durch 
hohe plastische Formenschönheit. Neben diesen Leistungen grossen 
Stils hat Oornelius einzelne Ölbilder geschaffen: im Museum zu 
Leipzig eine Grablegung Christi (Nr. 629); in der Galerie zu 
Dresden ein männliches Bildnis (Nr. 2294); in der Nationalgalerie 
in Berlin "Hagen versenkt den Nibelungenhort" (Nr. 56). 
Julias Schnow von Carolsfeld aus Leipzig, geboren 1794, 
gestorben zu Dresden 1872, hielt in Rom zu der Gesellschaft von 
San Isidoro, blieb aber Protestant und liess seinen Eifer, die Natur 
zu studieren, nicht einschränken. Er ist am stärksten in der welt- 
20":
        

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