Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320842
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Epoche. 
Spätromanische 
dann die kolossalen Heiligengestalten an den Pfeilern der Vierung 
und die Kaisergestalten an den Pfeilern des Langhauses. Die 
Gemälde des Chorquadrates dürften noch am Anfange des 13. Jahr- 
hunderts entstanden sein, die Johannislegende etwas später. Wohl 
um die Mitte des 13. Jahrhunderts sind die Geschichten des heiligen 
Basilius und des heiligen Thomas Becket anzusetzen, schon wegen 
der fortgeschrittenen gotischen Architektur. Die Gemälde be- 
stehen aus Umrissen, die leicht mit Farbe gefüllt waren; den 
Hintergrund bildete meist ein blauer Farbenton. In der Kirche 
zu Burgsdorf (Mansfelder Seekreis) bedeckten wohl ehemals 
Wandmalereien sämtliche Wände; sie stammten etwa aus dem 
Anfang des 13. Jahrhunderts. Erhalten sind dieselben an der 
Ostwand des Altarraumes. In der oberen Reihe rechts sind vier 
Heiligenfiguren unter Baldachinen mit Kleeblattbogen dargestellt; 
eine weibliche Figur, vermutlich die heilige Magdalena, dann die 
heilige Margarete und die gekrönte heilige Jungfrau mit dem Kinde, 
zuletzt die heilige Katharina. Links erscheint Christus auf einem 
Thronsessel, zu beiden Seiten knieen die Apostel Petrus und Paulus, 
über den Hauptern der Apostel zeigen sich fliegende Engel. Von 
der unteren Reihe ist nur links die Kreuzigung erhalten. Christus 
erscheint barhaupt in einen langen roten Rock gekleidet und ist 
an den Kreuzarmen mit Tauen befestigt, der Leib ist durch einen 
hellfarbigen Riemen an das Kreuz festgeschnürt, das Ende dieses 
Riemens wird von einer zur Rechten stehenden Figur straff ge- 
zogen; zur Linken hebt eine Gestalt die Hände empor. Die 
Malerei ist handwerksmässig ausgeführt, aber nicht ohne eine ge- 
wisse Würde. An der Südwand ist die Geisselung Christi in 
ebenso unzulänglicher Weise dargestellt. 
Thüringen. Kaum vor der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden 
die schwach erhaltenen Malereien an den Pfeilern der in Ruinen 
liegenden Klosterkirche in Memleben. An der Nordseite befindet 
sich eine Reihe männlicher, an der Südseite weiblicher gekrönter Ge- 
stalten. Ritterliche Haltung ist den Männern eigen, schlanke, zarte 
Verhältnisse zeichnen die Frauen aus; das Gesicht ist oval, die Ge- 
wandung von weichem Fluss, das Ganze erinnert stark an die im 
Stile fortgeschrittene Buchmalerei. 
Königreich Sachsen. Die Klosterkirche zu Klösterlein (Amt 
Schwarzenberg) zeigt am östlichen Giebel Zeichnungen, in den 
nassen Putz eingeritzt. Die Fleischteile der Figuren waren ziegel- 
rot gefarbt, vielleicht waren die Umrisse schwarz ausgefüllt. Der 
Verfertiger nennt sich. Martinas. Die Gruppe stellt im Mittel die 
heilige Jungfrau mit dem Kinde vor, übertrieben lang, seitlich 
rechts ein Märtyrer, links ein heiliger Bischof. Die Zeichnungen sind 
vermutlich im zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts entstanden.
        

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