Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320825
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Spätromanische 
Epoche. 
welche mehrfach an die Bilder des Verduner Altars in Kloster- 
neuburg erinnern. Die Initialen enthalten herrliche Verschlingungen. 
Ein Evangeliarium ebendort (Fol. Ood. 15), etwa vom Ende des 
12. Jahrhunderts, ist unter byzantinischem Einfluss entstanden. 
Am Ausgange dieses Zeitraumes steht hervorragend das Antiphonar 
des Stifts St. Peter zu Salzburg. Ausser den Initialen und 
Monatsbildern schmücken nahezu 60 Darstellungen aus der Ge- 
schichte Christi und der Heiligen das Buch, davon acht in Deck- 
farben, die übrigen in schwarzer und roter Federzeichnung auf 
farbigem Grunde. Es zeigen sich Nachbildungen byzantinischer 
Muster, indes treten diese hinter dem Neuen und Selbständigen 
zurück. Das längliche Oval der Köpfe weicht oft einer kräftigen 
und runden Bildung, öfter zeigt sich auch der jüdische Typus. In 
der Gewandung herrscht das antike Kostüm, in den Nebenpersonen 
das Zeitkostüm. Ein kräftiger Ausdruck der Empfindung und 
bezeichnende Bewegung ist angestrebt. Der Initialschmuck ist ein 
sehr reicher. Zu dem Rankenwerk gesellt sich die Tiergestalt in 
reichen, der Natur und dem Mythus entlehuten Formen, aber immer 
in naturalistischer Bildung. 
unter 
Spätromanische Epoche 
den hohenstauiischen Kaisern. 
(Von 1150-1250.) 
Die Malerei der spätromanischen Epoche setzt die Versuche, 
sich eine selbständige Formensprache zu schaden, welche auf die 
Erscheinungen der Natur zurückgeht, mit Erfolg fort. Es ent- 
stehen grossartige Wandmalereien, welche im einzelnen eine 
tiefere Beseelung der Gestalten anstreben. Es bildet sich bereits 
ein Frauenideal aus, dessen Schönheit ganz von dem der Antike 
abweicht. Die Ornamentik geht in der Wandmalerei noch ganz 
mit der in der Buchmalerei üblichen parallel. 
Niedersachsen. Die Halbkuppel der Chornisehe in der Neuwerks- 
kirchezuG 0 slarwird von einer Malerei, etwa vom Anfang des 13. Jahr- 
hunderts, bedeckt. In der Mitte erscheint die thronende Himmels- 
königin mit dem segnenden Christuskinde, umschlossen von einer 
mehrfarbigen Mandorla, die am inneren Rande mit kleinen Halbkreis- 
bogen umsäumt ist, von welchen die sieben oberen je neun fliegende 
Tauben enthalten. Zu beiden Seiten an den Stufen des Thronsessels 
befinden sieh je sieben Löwen. Ein Engel und drei Heilige nehmen den 
übrigen Raum des Bildes ein. Von den übrigen Malereien der Kirche 
waren am Ghorgewölbe und an den Wänden Spuren Vvorhanden, 
die jetzt wieder hergestellt sind. Die Heiligenschßine, Sowie der 
Thron des Gemäldes in der Ohorhalbkuppel sind in Stuck auf-
        

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