Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1323165
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Zeit 
des 
Barock- 
und Rokokostils. 
Bamberg (Nr. 395); ausserdem beßnden sich zwei tüchtige Tier- 
stücke in der Galerie Liechtenstein in Wien (Nr. 1411 und 1412), 
und die Darstellung der vier Elemente in der Galerie zu Schleiss_ 
heim (Nr. 700-703). Ferner ist von ihm im Germanischen Museum 
in Nürnberg die Vestalin Tuccia, Wasser im Sieb tragend 
(Nr. 370). Von Joh. Georg Waxschlunger, der um 1700 in Bayern 
lebte, hat die Kunsthalle in Hamburg ein Stillleben von totem 
Wild und Geflügel (Nr. 198). 
Zu den Malern, welche im Tierstück die fremde Anregung 
durch eigene liebevolle Naturbeobachtung zu unterstützen bemüht 
waren, ist Ich. Heinrich Roos zu rechnen. Er War 1631 zu Otters- 
berg bei Kaiserslautern geboren, verbrachte seine Jugend in 
Amsterdam, ging dann nach Italien und wurde 1668 in Frank- 
furt a. M. ansässig. Hier weilte er auch zumeist, trotz seiner 
Stellung als Hofmaler des Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz 
und starb daselbst 1685. Er hat zahlreiche Bildnisse von Durch- 
schnittswert gemalt: zwei Bildnisse im Städelschen Institut in 
Frankfurt, welche beide als Selbstbildnisse gelten wollen (Nr. 345 
und 346), dann ein Selbstporträt des Meisters mit seiner Frau 
(Nr. 347); ein Bildnis von 1682 im Museum zu Braunschweig 
(Nr. 559), ein männliches und ein weibliches Bildnis im Schlosse 
zu Aschaffenburg (Nr. 253 und 259); ein Bildnis in der Galerie 
zu Mannheim (Nr. 27); im Museum zu Leipzig eine Familie 
auf einer Terrasse (Nr. 207). Die Bedeutung des J. H. Roos liegt 
im Tierstück, für welches er sich namentlich Karel du J ardin und 
Nicolas Berghem zum Muster genommen zu haben scheint. In der 
Auffassung der Landschaft folgt Roos dem Jan Baptist Weenix; 
wie dieser hat er eine grosse Vorliebe für die Ruinenlandschaft 
in der Art der römischen Gampagna. In die so komponierten 
Landschaften stellt er seine Herden mit ihren Hirten; am besten 
gelingen ihm Schafe, aber auch Ziegen und Rinder. Seine Farbe 
ist ungleichmässig, bald bunt, bald harmonisch, aber im ganzen 
kalt; die Ausführung ist überzart. Sein frühestes datiertes Bild 
von 1660 besitzt die Kunsthalle in Karlsruhe (Nr. 304), die mit 
dem spätesten Datum, 1684 und 1685, versehenen das Museum in 
Schwerin, drei römische Landschaften mit Herden (Nr. 882 bis 
884). Zu seinen besten Bildern gehören die ruhende Herde in einer 
Ruinenlandschaft bei Sonnenuntergang in der Münchener Pina- 
kothek (Nr. 1412), ein ähnliches Bild in Schleissheim (Nr. 676) 
und dann das Bild von 1682 in der kaiserlichen Galerie in Wien 
(Nr. 1646). Ein Herdenstück mit nordischer Landschaft von 1679 
besitzt die Galerie in Kassel (Nr. 575). Des Gegenstandes wegen 
seien erwähnt: der Aufbruch eines Heeres aus dem Lager, von 1677, 
in der Pinakothek zu München (Nr. 1416), und die römische
        

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