Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1323044
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der Deutschrenaissance. 
Zeit 
trivial. Zu letzterer Art gehören die Sibyllen und Propheten in 
der Galerie zu Augsburg (Nr. 54-57, Nr. 72-75 und Nr. 658 
bis 661), dann die vier Evangelisten in der Wasserkirche zu 
Münster. Pathetisch leer ist ein Christus am Kreuz von 1560 
im Museum des Kunstvereins in Münster, ebenso einige undatierte 
Altarbilder derselben Sammlung. Auch in der malerischen Be- 
handlung nachlässig sind die Kreuzigung und der Engel am leeren 
Grabe im Dom zu Münster von 1594. Bedeutend besser ist 
Hermann tom Ring in Bildnissen, besonders in denen seiner frühen 
und mittleren Zeit. Gleich sein schlicht aufgefasstes Selbstporträt 
von 1544 in der Sammlung Zur Mühlen in Münster zeigt ihn als 
tüchtigen Bildnismaler; gediegen sind die Bildnisse der Familien- 
angehörigen auf der Votivtafel, die er seinem Vater 1548 in der 
Liebfrauenkirche zu Münster stiftete; tüchtig ist ein männliches 
Bildnis bei Freiherrn von Heeremann in Münster, schwach da.- 
gegen schon das Bildnis des Domherrn von Raesfeld im Museum 
des Kunstvereins ebendort. Im Museum zu Breslau von Hermann 
tom Ring: das Bildnis einer Gräiin von Hatzfeld von 1587; in der 
Galerie zu Schwerin von demselben: ein lebensgrosses Brustbild 
des Wiedertäuferkönigs Johann Bockelson von Leiden (Nr. 870) 
-und als Gegenstück das Brustbild der Gemahlin des Wiedertäufer- 
königs (Nr. 871), beide Bilder inschriftlich von 1535.  Ludger 
tom Ririg der Jüngere, geboren gegen 1530, liess sich in Braun- 
schweig nieder, wo er zwischen 1583 und 1584 starb. Er unter- 
scheidet sich scharf von seinem Bruder Hermann; seine Bilder sind 
hell und seine Modellierung eingehend. Nur ein Historienbild ist 
von ihm bekannt: die Hochzeit zu Kana, von 1562 in der Berliner 
Galerie. Das Bild ist eigentlich ein grosses Küchenstück, wie diese 
erst ein halbes Jahrhundert später durch die holländische Malerei 
populär wurden. Von seinen Bildnissen sind die eines Ehepaare 
in der Sammlung Zur Mühlen in Münster ausgezeichnet durch 
die äusserst feine Modellierung; ein Bildnis eines Doktors Ohemnitzer 
von 1569 befindet sich im Museum des Kunstvereins zu Münster u. a.  
Der jüngste Bruder Heribert tom Ring hat in der Werkstatt 
Hermanns gearbeitet. Ein Sohn des letzteren, Nikolaus tom Ring, 
setzte in handwerksmässiger Weise die Thätigkeit seines Vaters bis 
ins 17. Jahrhundert hinein fort. 
Aus der Franziskanerkirche in Hamm (Westfalen) stammen 
zwei Tafeln, jetzt bei Baurat Borggreve in Münster; auf der 
Vorderseite, allein kenntlich, die Vermählung der heiligen Ursula. 
und die Ankunft der Jungfrauen in Köln zeigend. Gesichter und 
Haltung der Figuren sind unschön und steif, besser sind die 
Kostüme und die landschaftlichen Hintergründe. Die Gemälde 
stammen vermutlich aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Etwa
        

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