Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320797
Tafel- 
u. Buchmalerei: 
Schweiz, 
Niedersachsen. 
17 
und Aufsätzen. Das vermutlich älteste Werk deutscher Tafel- 
malerei ist das Antependium der Walpurgiskirche zu Soest, jetzt 
in der Sammlung des westfälischen Kunstvereins zu Soest. In der 
mittleren Abteilung desselben thront innerhalb eines Vierpasses 
Christus, bärtig, aber von jugendlicher Bildung, umgeben von den 
Evangelistenzeichen. Zur Seite stehen in Doppelarkaden Walpurgis 
und Maria, Johannes der Täufer und ein Bischof; in Medaillons 
werden zwei Prophetenbrusthilder sichtbar. Die vierHeiligen erinnern 
noch an byzantinische Tafelbilder. Die Farben sind in Tempera auf 
Goldgrund aufgetragen. Die Entstehungszeit fällt wohl um 1166. 
Um die Mitte des 11. Jahrhunderts tritt auch in der Buch- 
malerei ein neuer Kunststil an die Stelle des karolingisch- 
ottonischen. Man hörte auf, aus altchristlichen Quellen zu schöpfen, 
aber die neugewonnene Selbständigkeit zeigt sich zunächst un- 
behilflich, ohne Verständnis für die Verhältnisse der Gestalten. 
Auch das Farbengefühl ist verschwunden, wie es die grellen weissen 
Lichter, die roten Flecke auf Mund, Nasenspitze, Wangen und Stirn 
zeigen. In den Darstellungen erscheint jetzt oft Christus als 
Drachentöter, zugleich treten eine Anzahl Bildungen auf, welche 
stets auf den Kampf der bösen und guten Mächte Bezug nehmen. 
Hiermit, aber auch mit der gewonnenen Unabhängigkeit gegenüber 
den antiken Überlieferungen, steht das Wiedererscheinen der Tier- 
ornamentik im Zusammenhange, die aber jetzt mit einer Fülle 
symbolischer Bezüge ausgestattet wird.  Ein Evangeliar im 
König]. Kupferstichkabinett zu Berlin (Nr. 3), vermutlich für 
Heinrich IV. geschrieben, zeigt im Widmungsbilde einen thronen- 
den König mit einem Waffenträger und einem Mönche. Die folgende 
Darstellung der Verklärung Christi weist ganz unmögliche Formen 
und Bewegungen auf. Die Handschrift ist möglicherweise in Süd- 
deutschland entstanden. Ein Beispiel der Ünbehilflichkeit bei der 
selbständigen Gestaltung eines Stoffs giebt die am Beginn des 
12. Jahrhunderts im Kloster Werden in Westfalen entstandene 
Bilderhandschrift des Lebens des heiligen Liudger, jetzt in Berlin 
(Vita sancti Liudgeri, Ms. theol. lat. F01. 323). Nach einem grossen 
Widmungsbilde folgen 22 kleinere Darstellungen aus dem Leben 
des Heiligen. Die Gesichter sind stets einander ähnlich und haben 
einen greisenhaften Ausdruck; die Ausführung ist reich aber roh; 
der Grund ist entweder Gold oder Silber. Ein Psalteriurn der 
Leipziger Universitätsbibliothek (Hdsch. 774), wahrscheinlich 
einem sächsischen Kloster entstammend, geht in den Vollbildern 
noch auf karolingische und ottonisehe Vorbilder zurück. Die 
hölzerne Zeichnung zeugt für die Spätzeit des 11. Jahrhunderts. 
Zwei Handschriften aus Freckenhorst in Westfalen stammend, von 
denen die eine in der Dechanei, die andere im Königl. Staatsarchiv 
Ebe, Cicerone. III. 2
        

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