Loth,
Pey,
Elsheimer.
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Christi im städtischen Museum zu Frankfurt, fallen etwas leer
aus, aber aus seinen kleineren Bildchen gewinnt man die Über-
zeugung, dass er sein Bestes erst unter dem zurückwirkenden Ein-
flusse seines Schülers geleistet hat. Elsheimer befand sich sicher
bereits um 1600 in Rom und war vorher, wenn auch kurze Zeit, in
Venedig. Er erfuhr zwar fremde Einüüsse, aber seine künstlerische
Begabung war stark genug, das Fremde zu bemeistern. Als
Jugendwerke des Meisters gelten die trocken gemalte Ansicht
Frankfurts von Sachsenhausen aus im städtischen Museum zu
Frankfurt, dann die 6 kleinen von einem Rahmen umfassten
Darstellungen aus dem Leben der Maria im Museum zu Berlin
(Nr. 664). In den Werken der römischen Frühzeit finden sich
gleich die grossen Linien der Landschaft, aber noch zaghaft.
Hierher gehört das Kniestück einer J udith auf schwarzem Grunde
in der Dresdener Galerie (Nr. 1975), unter dem Einiiusse des
Garavaggio stehend. Derselbe Einfluss, neben dem des Tintoretto,
charakterisiert das vorzügliche Bild des heiligen Martin, der seinen
Mantel mit dem Bettler teilt, im Museum zu Berlin (Nr. 664 B).
Eine Ruhe auf der Flucht in der Kaiserlichen Galerie in Wien
(Nr. 1535) ist noch kalt in der Farbe, und die Maria zeigt eine
wenig gelungene Verschmelzung des deutschen Typus mit Erinne-
rungen an Correggio und Raffael. In der Anbetung des Kindes
in der Galerie Czernin in Wien tritt deutlich die Anlehnung an
Correggios Heilige Nacht hervor. An der Grenze dieser Periode
steht die Marter des heiligen Laurentius in der Pinakothek in
München (Nr. 1393) und das Opfer von Lystra im Städelschen
Institut zu Frankfurt (Nr. 337), durch Klarheit der Komposition
hervorragend. Für seine Auffassung der Landschaft in dieser
Zeit ist die Gebirgslandschaft mit dem verfallenen Tempel im
Braunschweiger Museum (Nr. 549) bezeichnend, die an Vor-
bilder der Caracci erinnert. In den nun folgenden Bildern hat
Elsheimer durch rastloses Studium der Natur seine eigene Art
gefunden. Sein sogenanntes Skizzenbuch im Städelschen Institut
in Frankfurt, eigentlich 179 Zeichnungen, in einen Band zu;
Sammengebunden, giebt zwar auf der Mehrzahl der Blätter Figuren-
studien nach italienischen Meistern, aber die landschaftlichen
Studien (Blatt 144-179) bestätigen die Angabe Sandrarts, wonach
sich Elsheimer im wesentlichen mit Andeutungen begnügte und
eine höhere poetische Wahrheit auch in der Luft- und Farben-
Siiimmung erstrebte. Die wenigsten seiner Bilder der Reifezeit
lassen sich mit Sicherheit datieren, jedoch sind sie alle von gleicher
Vollendung. Ein köstliches Bildchen mit Joseph am Brunnen be-
sitzt die Galerie in Dresden (Nr. 1976), bereits an Poussin und
Claude Lorrain erinnernd. In dem Bilde der Galerie in Dresden