Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322952
Loth, 
Pey, 
Elsheimer. 
233 
Christi im städtischen Museum zu Frankfurt, fallen etwas leer 
aus, aber aus seinen kleineren Bildchen gewinnt man die Über- 
zeugung, dass er sein Bestes erst unter dem zurückwirkenden Ein- 
flusse seines Schülers geleistet hat. Elsheimer befand sich sicher 
bereits um 1600 in Rom und war vorher, wenn auch kurze Zeit, in 
Venedig. Er erfuhr zwar fremde Einüüsse, aber seine künstlerische 
Begabung war stark genug, das Fremde zu bemeistern. Als 
Jugendwerke des Meisters gelten die trocken gemalte Ansicht 
Frankfurts von Sachsenhausen aus im städtischen Museum zu 
Frankfurt, dann die 6 kleinen von einem Rahmen umfassten 
Darstellungen aus dem Leben der Maria im Museum zu Berlin 
(Nr. 664). In den Werken der römischen Frühzeit finden sich 
gleich die grossen Linien der Landschaft, aber noch zaghaft. 
Hierher gehört das Kniestück einer J udith auf schwarzem Grunde 
in der Dresdener Galerie (Nr. 1975), unter dem Einiiusse des 
Garavaggio stehend. Derselbe Einfluss, neben dem des Tintoretto, 
charakterisiert das vorzügliche Bild des heiligen Martin, der seinen 
Mantel mit dem Bettler teilt, im Museum zu Berlin (Nr. 664 B). 
Eine Ruhe auf der Flucht in der Kaiserlichen Galerie in Wien 
(Nr. 1535) ist noch kalt in der Farbe, und die Maria zeigt eine 
wenig gelungene Verschmelzung des deutschen Typus mit Erinne- 
rungen an Correggio und Raffael. In der Anbetung des Kindes 
in der Galerie Czernin in Wien tritt deutlich die Anlehnung an 
Correggios Heilige Nacht hervor. An der Grenze dieser Periode 
steht die Marter des heiligen Laurentius in der Pinakothek in 
München (Nr. 1393) und das Opfer von Lystra im Städelschen 
Institut zu Frankfurt (Nr. 337), durch Klarheit der Komposition 
hervorragend. Für seine Auffassung der Landschaft in dieser 
Zeit ist die Gebirgslandschaft mit dem verfallenen Tempel im 
Braunschweiger Museum (Nr. 549) bezeichnend, die an Vor- 
bilder der Caracci erinnert. In den nun folgenden Bildern hat 
Elsheimer durch rastloses Studium der Natur seine eigene Art 
gefunden. Sein sogenanntes Skizzenbuch im Städelschen Institut 
in Frankfurt, eigentlich 179 Zeichnungen, in einen Band zu; 
Sammengebunden, giebt zwar auf der Mehrzahl der Blätter Figuren- 
studien nach italienischen Meistern, aber die landschaftlichen 
Studien (Blatt 144-179) bestätigen die Angabe Sandrarts, wonach 
sich Elsheimer im wesentlichen mit Andeutungen begnügte und 
eine höhere poetische Wahrheit auch in der Luft- und Farben- 
Siiimmung erstrebte. Die wenigsten seiner Bilder der Reifezeit 
lassen sich mit Sicherheit datieren, jedoch sind sie alle von gleicher 
Vollendung. Ein köstliches Bildchen mit Joseph am Brunnen be- 
sitzt die Galerie in Dresden (Nr. 1976), bereits an Poussin und 
Claude Lorrain erinnernd. In dem Bilde der Galerie in Dresden
        

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