Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322938
Kager, 
Gundelach, 
Schönfeld, 
Candid. 
231 
Aus der Augsburger Zeit stammt das geistlose Zeremonialbild der 
Belehnung des Moritz von Sachsen mit der Kurwürde im Rathause 
zu Augsburg; ansprechender ist seine 1614 gemalte Vermählung 
der heiligen Katharina in der Kaiserlichen Galerie in Wien (Nr. 1547) 
mit den guten Bildnissen des Kaisers Matthias und seiner Gemahlin, 
dargestellt in den Heiligen Matthias und Helena. Hervorragender 
war Johann Heinrich. Schönfeld aus Biebrach (1609 bis gegen 1675). 
Auch er hatte seine Richtung in Italien gewonnen und hat später 
mit der Handfertigkeit eines tüchtigen Virtuosen unzählbare Werke 
kirchlichen, mythologischen und allegorischen Inhalts für Kirchen 
und Schlösser Süddeutschlands geliefert. Die Galerie in Dresden 
besitzt von ihm ein Hirtenfest, einen Gigantenkampf und eine 
musikalische Unterhaltung (Nr. 1989-1991). Das beste ist die 
Komposition, die Zeichnung ist manieriert, die Färbung klar, aber 
auch kalt und trocken. Von stofflichem Reiz ist die musikalische 
Unterhaltung am Spinett. Zwei seiner Bilder in der Kaiserlichen 
Galerie in Wien: Gideon lasst sein Heer aus dem Jordan trinken 
(Nr. 1680) und Jakob und Esau (Nr. 1681) beweisen seine Rat- 
losigkeit gegenüber der Landschaft. Das Opfer der Minerva eben- 
dort (Nr. 1682) zeigt eine Priesterin und einen Priester auf dunklem 
Grunde. Ein Bild Schönfelds in der Galerie zu Oldenburg 
(Nr. 283) stellt Seleucus dar, der dem kranken Antiochus seine 
Gemahlin Stratonice als Braut zuführt. 
Der Hauptmeister in München war Peter Oandid, eigentlich 
Pieter de Witte aus Brügge, geboren 1548, der 1628 in München 
starb. Der Schwerpunkt von Oandids Können lag auf dem Ge- 
biete der Dekoration, das beweist schon seine früheste Arbeit in 
München (seit 1586), sein Anteil an der Ausschmückung des 
Grottenhofs in der Neuen Residenz, auch in den eigentlichen 
Historien schlägt er hier einen gefalligen Ton an, so in der Arachne 
mit ihren Frauen, in der J uno mit dem Pfau. Seine Kirchenbilder 
erheben sich wenig über die Durchschnittsleistungen der Zeit, zu 
den besten zählt die Himmelfahrt Mariens in der Frauenkirche in 
München. In der Michaelskirche in München malte Candid die 
Altarbilder des heiligen Ignatius und der Verkündigung. Seine 
wichtigste Arbeit waren die Kartons zum Leben Ottos I. von 
Wittelsbach, welche in Fresko in der Hofgartengalerie in München 
ausgeführt und auch wohl als Vorbilder für Teppiche benutzt 
Wurden. Die Gemälde sind später übertüncht, doch sind die 
Handzeichnungen im Kupferstichkabinett in München erhalten. 
Vielleicht sind auch die Tafeln in der Fürstenkapelle zu Scheyern, 
die Geschichte der Wittelsbacher darstellend, um 1631, noch nach 
seinen Entwürfen ausgeführt. Altargemälde sind von ihm ausserdem 
in Freising (Heimsuchung), in Landshut u. a. O. erhalten. Von
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.