Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320779
Wandmalerei. 
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iiguren. In der südlichen Unterkapelle der Münsterkirche zu 
Emmerich finden sich Reste eines Cyklus von. Wandgemälden 
aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Dargestellt sind: Christus 
vor Pilatus; Christus in der Vorhalle. Das fast verblichene Inkarnat 
war braunrot mit weissen Lichtern. Die Wandmalereien in der 
Unterkirche zu Schwarzrheindorf bei Bonn sind 1151-56 ent- 
standen. In der Halbkugel der Apsis thront der Heiland, um- 
geben von den Aposteln. Zwischen den Fenstern fanden die vor 
ihren Schreibpulten sitzenden Apostel Platz. Die Gewölbe der vier 
rechteckigen Kreuzarme und des Mittelquadrats bringen Dar- 
stellungen aus dem Buche Ezechiel. In den Halbkuppeln des nörd- 
lichen, südlichen und westlichen Kreuzarmes sind die Vertreibung 
der Wechsler aus dem Tempel, die Verklärung und Kreuzigung 
Christi dargestellt, im Westarm noch zwischen den Fenstern vier 
Allegorien der die Laster besiegenden Tugenden.  Alle diese 
Malereien sind erneuert.  Die Maler halten an den überkommenen 
Typen fest, streben aber innerhalb dieser Grenzen nach; einer 
kräftigen, ausdrucksvollen Gebärdensprache. Die Technik zeigt, 
dass die Umrisszeichnungen auf blauem oder grünem Grunde auf- 
getragen und dann mit deckenden Farben ohne Modellierung aus- 
gefüllt wurden. Die Apsis der Oberkirche von Schwarzrheindorf 
zeigt wieder den zwischen den Evangelistenzeichen und Heiligen 
thronenden Christus, ihm zu Füssen den Stifter und weiter unten eine 
Schar von Heiligen. Die Bilder der Unterkirche sind mit schönen 
Rankenmotiven eingefasst, in denen auch der Mäander vorkommt. 
Westfalen. Das Patroklus-Münster zu So est besitzt Wandmale- 
reien von 1166 in der Chorapsis noch in der Ruhe und Monumentalität 
der altchristlichen Malereien. Christus, kolossal, in der Mandorla 
thronend, von geheimnisvollen Symbolen umgeben, dann die Ge- 
stalten der Apostelfürsten, der heiligen Maria und des Johannes. 
Ein Fries mit den Brustbildern der Heiligen trennt diese Glorie 
von vier mächtigen Kaiserfiguren, welche unter Baldachinen sitzen. 
Auch die Fensterlaibungen der Chorwand hatten figürliche Dar- 
stellungen. Die Kaiserfiguren zeigen edle, richtige Verhältnisse 
und Gewänder von grossartig einfachem Faltenwurf. Die Apsiden- 
malereien in der Kilianskirche zu Lügde bei Pyrmont erscheinen wie 
eine Vorstufe der Malereien im Patroklusmünster. Aufbau und Inhalt 
sind dieselben, nur dem beschränkten Raume entsprechend vereinfacht. 
Württemberg. In der Kirche des ehemaligen Klosters St. Ägidius 
zu Klein-Komburg, in der Nähe der Benediktinerabtei Komburg 
bei Schwäbisch-Hall, sind Wandgemälde aus dem Beginn des 
12. Jahrhunderts aufgedeckt. Wände und Gewölbe des halbrunden 
Chors trugen Gemälde: in der Achse der Apsis der segnende 
Heiland in der Mandorla, von den Symbolen der Evangelisten um-
        

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