Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322704
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Blütezeit. 
und des Joachim Patinier. Der Meister war vielfach in Köln für 
Patrizier thätig und fand daselbst tüchtige Nachfolger, wie Hans 
von Melem und Barthel Bmtyln. Das früheste datierte Werk des 
Meisters des Todes Blariä. entstand für den Rittersitz der Familie 
Hackeney am Neumarkt in Köln und befindet sich jetzt im Wallraf- 
Richartz-liluseum daselbst (Nr. 207). Auf dem Rahmen liest man die 
Jahreszahl 1515. Das Mittelstück schildert den Tod der heiligen 
Jungfrau im Kreise der Apostel. Die Flügel enthalten die Bild- 
nisse der knieenden Stifter Nicasius und Georg mit ihren Schutz- 
patronen, dann die Gemahlinnen der Stifter nebst den Heiligen 
Christina. und Gudula. Ausserdem befindet sich von demselben 
Meister im Museum zu Köln eine Madonna mit dem Kinde 
(Nr. 206a.) von grosser Holdseligkeit des Ausdrucks. Die Vorzüge 
des Meisters vom Tode Maria. bestehen hauptsächlich in seiner 
reichen Phantasie, seinem klaren durchsichtigen Farbenauftrag und 
dem reichen leuchtenden Kolorit.  Ein Künstler, der den 
Einfluss des Meisters vom Tode der Maria erfahren hat, ist 
Bartholomäus Bruyw der Altere, das letzte glänzende Gestirn der 
Kölner Malerschule. Vermutlich ist Bruyn niederländischer Her- 
kunft, etwa. 1493 geboren und 1555 gestorben. Bruyns Hauptstärke 
zeigt sich im Bildnisfhch, wo er dem jüngeren Holbein zur Seite 
gestellt wird. Der Hauptzug seiner Bilder ist ungeschminkte 
Wahrheit. In der zweiten Ohorkapelle des Doms zu Köln be- 
findet sich von ihm das Bildnis eines knieenden Bischofs vor dem 
Erlöser am Kreuz. Das Flügelbild enthält die Kreuzigung nebst 
Maria, Johannes und Magdalena, daneben ein heiliger Bischof und 
der heilige Rochus. Die bedeckenden Seitentafeln enthalten aussen 
den englischen Gruss, innen je einen knieenden betenden Priester, 
begleitet von einem Heiligen. Das Werk ist mit 1548 bezeichnet. 
Von Bruyn befinden sich in der St. Andreaskirche in Köln ein 
Christus am Kreuze und Flügelbilder, in der St. Severinskirche 
ein Triptychon mit dem Abendmahl und Gemälden der Flügel, 
in St. Kunibert die Auferstehung nebst Heiligen, in St. Georg die 
Beweinung und Flügelbilder. Das Wallraf-Richartz-Museum in 
Köln enthält eine Anzahl Bilder von Barthel Bruyn: Nr. 356 
Bildnis des Arnold von Browiller, Bürgermeisters von Köln, von 
1535; Nr. 375 die Anbetung der heiligen drei Könige, in eigen- 
tümlich reicher und zarter F arbenstimmung und einer auf Porträt- 
studien basierenden Charakteristik der Köpfe von etwa. 1542; 
Nr. 358 die heilige Ursula, als Halbfigur, etwa um 1540; Nr. 358a 
das Medaillonportrat des Kölnischen Gelehrten Peter de Clapis 
mit energisch-geistigem Ausdruck des Kopfes, von 1538; Nr. 360 
ein knieender Geistlicher; Nr. 361 Bildnis einer Frau; Nr. 362 
Bildnis eines jüngeren Mannes von 1549; Nr. 363 Bildnis einer
        

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