Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322483
LÖD 
DHIICZEIC. 
Bern Nikolaus Murmel Deutsch. Er war als Architekt thätig, hat 
für Holzschnitt gezeichnet und Tafeln gemalt. Manuel wurde gegen 
1484 geboren und starb 1530; er war ein thatkräftiger Anhänger 
der Reformation. Deutschs Bilder eines Altarflügels in der Galerie 
in Bern (Nr. 53) zeigen die volle Bekanntschaft des Malers mit 
der oberitalienischen Renaissance; das eine Bild stellt Lukas als 
Marienmaler, das andere die Geburt der Maria dar. Die YVerkstatt 
des heiligen Lukas zeigt den spielenden Reichtum der Renaissance- 
ornamentik, Putten und Laubgewinde, die Landschaft ist schwach, 
das Figürliche und Dekorative tüchtig und weist auf den Einfluss 
der Schule von Padua hin. Sorgfältig gemalt ist ein Bildchen 
mit der Enthauptung Johannes des Täufers in der Kunstsammlung 
zu Basel (Nr. 41). Über der Landschaft schwebt Gewitterstimmung; 
die Farbe ist von emailartigem Glanz. Dagegen zeigt ein in 
Tempera gemaltes Gnadenbild mit der heiligen Anna. selbdritt, 
den Pestpatronen und Stiftern in der Kunstsammlung in Basel 
(Nr. 44) einen stumpfen Ton, die Anordnung ist mittelalterlich, 
doch ist hier die Landschaft von echt poetischem Reiz. Ein köst- 
liches Temperabild ist das Urteil des Paris in der Baseler Kunst- 
sammlung (Nr. 40); Paris ist ein flotter Landsknecht, Venus eine 
liebenswürdige Dirne. Noch mehr travestierend ist das hart gemalte 
Temperabild mit Pyramus und Thisbe gehalten (ebenda). Eine 
Lucretia und eine Bathseba (ebenda Nr. 42 und 43-) sind schwarz 
und Weiss in Federzeichnungsmanier auf braunem Grunde. Die 
Lucretia, von 1517, trägt die Modetracht der Zeit, und David er- 
scheint auf dem Bathsebabilde in reicher Stutzergewandung. Von 
Bildnissen Manuels befindet sich sein Selbstbildnis in der Berner 
Stadtbibliothek und im Berner Museum (Nr. 55). Von seinen 
Wandmalereien sind nur dürftige Kopien im Berner Museum u. a. O. 
erhalten. Eine Aquarellkopie des grossen Totentanzbildes, das 
Manuel zwischen 1517 und 1522 im Berner Dominikanerkloster 
malte, ist im Historischen Museum der Stadt Bern erhalten. Zu 
diesen Gemälden treten die zahlreichen Handzeichnungen, namentlich 
die in der Kunstsammlung zu Basel.  In Zürich vertritt Hans Leu 
den Übergang aus dem 15. in das 16. Jahrhundert. Er fiel 1531 
in der Schlacht bei Kappel, ungefähr 60 Jahre alt. Er ist von 
Dürer und Grünewald abhängig. Eines der ältesten Werke Leus 
sind zwei Altarliügel in der antiquarischen Sammlung in Zürich: 
Margarete und Nikolaus, Onufrius und Martin, dann an den 
Aussenseiten die Marter der Zehntausend und die thebaische Legion. 
In dem Hieronymusbilde in der Baseler Kunstsammlung (Nr. 38) 
waltet unverkennbar der Einfluss Grünewalds; das Wichtigste ist 
hier die stimmungsvolle Landschaft. Ein mythologisches Bild 
Leus ist Cephalus und Procris in phantastischer, ganz in weisses
        

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