Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Malerei
Person:
Ebe, Gustav
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1320331
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1322443
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Blütezeit. 
letztere grau in grau; auf der Staffel die Verehrung Maria, Ent- 
hauptung Johannis, Marter der heiligen Citcilia, prachtvoll, meist 
nach Stichen Dürers; die geringen Gemälde auf der Rückseite des 
Schreins sind von 1539. Ebenda, ein Altar in der Reinhcldskapelle 
mit Gemälden auf den doppelten Flügeln: acht Szenen aus dem 
Leben Christi, dann Johannes der Täufer und der heilige Reinhold, 
die beiden letzten Figuren in besonders hoher Vollendung, von 1516. 
Die Bilder der Staffel zeigen neun Heilige und stammen aus 
älterer Zeit. 
Neben Dürer zeigt Hans Holbein der Jüngere die deutsche 
Malerei auf der höchsten Stufe ihrer Entwickelung. Als Sohn 
Holbeins des Älteren 1497 in Augsburg geboren, kam Hans Holbein 
der Jüngere schon 1515 nach Basel, zusammen mit seinem Bruder 
Ambrosius; beide wirkten hier als Zeichner für Holzschnitte. Etwa 
von 1516 beginnen die ersten verbürgten Bildnisse Hans Holbeins; 
ein Jahr später beschäftigten ihn Wandmalereien in Luzern, von 
denen nur flüchtige Skizzen in der Kunstsammlung in Basel er- 
halten sind. Seit 1519 wieder in Basel, zeigt sich Holbein nun im 
engeren Anschlüsse an oberitalienische Kunstweise. Er bewahrt 
indes seine Eigenart und geht beispielsweise in den Fassaden- 
malereien seinen eigenen Weg, indem er die Gliederung der Fassade 
zu einem architektonischen Prachtorganismus im Stil der Renais- 
sance umbildet, in welchen ligürliche Szenen belebend eintreten. 
Um 1525 oder 1526 entstand die grossartige Madonna des Bürger- 
meisters Meyer, jetzt in Darmstadt. Für Glasmalereien fertigte 
Holbein in dieser Zeit eine Anzahl Visierungen. 1526 ging der 
Meister nach England und schuf innerhalb der zwei Jahre des 
ersten Aufenthaltes ansschliesslich Bildnisse. Im Jahre 1528 war 
Holbein wieder in Basel, traf aber für die Ausübung seiner Kunst 
höchst ungünstige Verhältnisse, den bald darauf ausbrechenden 
Bilderaturm und anderes, und wandte sich 1532 wieder nach 
England zurück. Seit 1533 erhielt er Fühlung mit englischen 
Hofkreisen und malte seit 1536 verschiedene Prinzessinnen, um 
die sich Heinrich VllL, König Blaubart, bewarb. Holbein stirbt 
1543 in London plötzlich, wie man sagt, an der Pest. Ausser in 
seinen Gemälden entwickelt Holbein eine hervorragende Thätigkeit 
in seinen Zeichnungen für den Holzschnitt, in den Totentanz- 
darstellungen und Buchillustrationen; ebenso berühmt sind seine 
kunstgewerblichen Vorlagen. Holbein ist im ganzen stärker von 
den Italienern beeinflusst als Dürer, bewahrt aber doch seine 
deutsche Selbständigkeit. 
Schweiz. Zu den frühesten Arbeiten Holbeins gehört eine 
bemalte Tischplatte, jetzt im Museum in Zürich. Auf dem Rande 
sind Jagd, Fischerei, Turnier und Vogelstellerei nicht ohne satirische
        

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